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Spielverlegung zwischen Reken III und TuS III scheitert am Staffelleiter

Unmut nach der Entscheidung

Haltern Nur einen Tag nach der Trauerfeier um einen verstorbenen Mitspieler soll der SC Reken in der Kreisliga B gegen Haltern antreten. Einer vorzeitigen Anfrage auf Verlegung gab Staffelleiter Franz-Josef Humme nicht statt. Er beruft sich auf die Ordnung des Verbandes.

Unmut nach der Entscheidung

Falk König (2.v.r.) war sofort einverstanden, das Spiel gegen Reken III zu verlegen. Doch der Staffelleiter stimmte dem nicht zu – das Spiel blieb terminiert. Foto: Blanka Thieme-Dietel

Am vergangenen Samstag setzten die Spieler der dritten Fußball-Mannschaft des SC Reken ihren plötzlich verstorbenen Mitspieler während einer Trauerfeier bei. Am Tag danach war das Kreisliga-B-Spiel gegen die Drittvertretung des TuS Haltern angesetzt. Gerne hätten beide Teams das Spiel verlegt, Staffelleiter Franz-Josef Humme aber beruft sich auf die Ordnung des Verbandes.

„Konnte es nicht glauben“

Am vorherigen Samstag (17. März) erreichte Ibo Kortak, Trainer der dritten Mannschaft des SC Reken, die Nachricht über den Todesfall in seiner Mannschaft. „Ich konnte es nicht glauben“, sagt Kortak. Daraufhin fielen alle Spiele der Rekener Seniorenteams aus. An Training war unter der Woche nicht zu denken. „Unser Bestreben war es, alles in die Wege zu leiten, die Familie zu unterstützen“, erklärt er. Anfang der Woche habe er den Vorstand informiert, das Spiel gegen den TuS Haltern III zu verlegen. Mit Halterns Trainer Falk König war er sich einig. „Das Spiel zu verlegen, das war für uns selbstverständlich“, sagt König. Auch der Vorstand der Halterner stimmte zu. Laut Aussage der Rekener wurde Staffelleiter Franz-Josef Humme Anfang der Woche kontaktiert.

Humme hält dagegen: Erst am Freitag sei er kontaktiert worden. Doch auch bei einer früheren Meldung hätte er den Rekenern wenig Chancen auf eine Spielverlegung eingeräumt. Dabei beruft er sich auf die Vorgaben des Verbandes. „Nach dem Trauerfall am Samstag haben wir alle Spiele mit Rekener Beteiligung am Sonntag abgesagt. Des Toten hat man gedacht“, sagt Humme, „doch die Frage muss doch erlaubt sein: Wie lange will Reken die Spiele noch herauszögern?“ Laut den Regularien könne er Spiele nur nach vorne verschieben. Somit bat er dem Team von Kortak am Freitag an, auf das Spiel und damit auf die Punkte zu verzichten. Danach habe sich keiner mehr bei ihm gemeldet.

Diese Rückmeldung stieß auf Unverständnis bei den Rekenern: „Für uns war aber klar, wir werden auf keinen Fall spielen“, sagt Kortak. Über den Nichtantritt setzten sie die Halterner in Kenntnis, nicht aber den Verband. Nachdem das Spiel nicht verlegt wurde, „war uns das völlig egal“, sagt Kortak.

Die Halterner reagierten darauf „mit einer riesen Geste“, wie Kortak sagt. Denn auch der TuS trat nicht an. Martin Reismann, Geschäftsführer des TuS Haltern, informierte den Schiedsrichter. Doch der Unparteiische Erich Heindl erschien um 13 Uhr an der Sportanlage, „und hat die vollen 35 Euro abgerechnet“, sagt Reismann. In der Statistik vermerkte Heindl „Nichtantritt, beide“. Humme änderte es später in „Nichtantritt Gast“.

Staffelleiter zuständig

Während des Spielbetriebes ist nur der jeweilige Staffelleiter zuständig. „Wir haben Satzungen und Ordnungen, wie zu verfahren ist“, sagt Friedhelm Dukat, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses. Danach habe Humme richtig entschieden. Durch die vielen Nachholspiele sei man sowieso in einer schwierigen Situation, sagt Humme, „doch eigentlich ist die gesamte Situation in Reken zu traurig“.

„Die Art und Weise ist ein Witz“, sagt Ibo Kortak. Für ihn sei die Entscheidung des Staffelleiters jenseits aller Vorstellungskraft und ein Armutszeugnis. Falk König sieht es ähnlich: „Ich finde es unmenschlich und kann es nicht nachvollziehen.“ Und auch Martin Reismann erklärte: „Die Punkte möchten wir so gar nicht haben. Das ist ziemlich unmenschlich. Mit Paragrafen brauchen die mir nicht ankommen.“

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