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14 NRW-Kommunen wollen Olympia 2032

Düsseldorf. NRW-Städte kämpfen für den Traum von Olympischen Spielen an Rhein und Ruhr. Die Pläne werden konkreter. Vor allem die Bevölkerung soll nach negativen Erfahrungen in München und Hamburg ins Boot geholt werden. Eine Volksabstimmung soll es möglichst nicht geben.

14 NRW-Kommunen wollen Olympia 2032

Michael Mronz und Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, bei der Pressekonferenz. Foto: Federico Gambarini

Bodenständig und fernab von Gigantomanie - mit diesem Versprechen sollen die Menschen in Nordrhein-Westfalen für Olympia 2032 an Rhein und Ruhr begeistert werden.

14 nordrhein-westfälische Kommunen haben sich für Olympische Sommerspiele und Paralympics an Rhein und Ruhr zusammengetan. Von einer landesweiten Volksabstimmung über Olympia 2032 hält Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nichts.

Olympia 2032 solle der „Prozess einer Bürgerbewegung“ werden, sagte er bei der Präsentation der Planungsbroschüre der privaten Initiative „Rhein Ruhr City 2032“. Wenn aber jemand den Antrag stelle, dann könne eine Volksabstimmung unter Umständen nicht verhindert werden.

Mehr als 80 Prozent der benötigten Sportstätten seien bereits vorhanden, sagte Michael Mronz, der Begründer der Olympia 2032-Initiative bei der Präsentation der Planungsbroschüre. Mehr als 640 000 Zuschauer fänden zeitgleich Platz in den schon vorhandenen Stadien und Arenen. Rio de Janeiro habe 2016 nur 475 000 Plätze gehabt.

Nach dem Scheitern von Olympia-Bewerbungen etwa in Hamburg und München soll die Bevölkerung in NRW von Anfang an einbezogen werden. „Es ist wichtig, die Menschen abzuholen“, sagte Mronz. Allein in der Metropolregion Rhein-Ruhr leben zehn Millionen Menschen. Die Planungen beschränkten sich nicht nur auf das Sportstättenkonzept, sondern müssten Zukunftslösungen etwa für Elektromobilität bieten.

Die genauen Kosten des Mega-Events könnten noch nicht beziffert werden, sagte Mronz. Er stehe aber zu seiner früheren Aussage, dass er sich nicht vorstellen könne, „dass sie teurer werden als zehn Milliarden“. Letztlich rechne er sogar mit einer Größenordnung, die „weit, weit von den zehn Milliarden entfernt ist“.

Laschet sagte, in anderen Ländern gebe es „gigantische neue Stadien“, die nach Olympia oft leer blieben. In NRW seien die möglichen Olympiastadien aber schon jetzt Woche für Woche gefüllt - siehe Gelsenkirchen oder Dortmund. „Wir können garantieren, dass auch danach alle Stadien weiter voll sind.“

Die Entfernungen zwischen den Sportstätten seien mit einem Radius von 63 Kilometern nicht zu weit. Wo das olympische Dorf stehen soll, ist noch offen. Die Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Heimstätte des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04, könnte dem Konzept zufolge mit temporären Pools in ein großes Schwimmstadion umgestaltet werden. Die Reit-Hochburg Aachen, Austragungsort des CHIO, könnte für die Wettbewerbe der Reiter schon jetzt genutzt werden. Mönchengladbach wäre für Hockey geeignet.

Der DOSB zeigte sich offen für NRW, blieb aber insgesamt zurückhaltend. „Der DOSB freut sich generell über Städte und Regionen, die sich für eine Ausrichtung von Olympischen Spielen interessieren“, teilte der Verband mit. „Denn es ist und bleibt eines unserer grundsätzlichen Ziele, Sportgroßveranstaltungen nach Deutschland zu holen und dazu gehören natürlich auch Olympische Spiele.“ Die nächste Vergabe von Sommerspielen steht in sieben Jahre an. „Ob für Sommer- oder Winterspiele und mit welcher Stadt eine Bewerbung gegebenenfalls sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab.“

Nach den gescheiterten Versuchen, Olympische Spiele nach 1972 wieder ins Land zu holen, haten der der DOSB und die Politik ein anderes Vorgehen vereinbart. So ist im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD das Vorhaben enthalten, eine nationale Strategie für Sportgroßveranstalten zu entwickeln.

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