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Ein Abend im Ramadan

Ahaus Hautnah einen Abend im Fastenmonat Ramadan miterleben konnten Interessierte am Dienstagabend im Türkisch-Islamischen Begegnungszentrum.

03.10.2007

Der Türkisch-islamische Kulturverein hatte dazu eingeladen, doch das Angebot des erlebten Miteinanders wurde nur von wenigen Christen aus der Region wahrgenommen. Den Gästen wurde dennoch ein herzlicher Empfang bereitet, gepaart mit einer großen Gesprächsbereitschaft und einer noch größeren Gastfreundschaft.

Jedes Jahr beginne der Fastenmonat Ramadan an einem anderen Tag, der bestimmt wird nach der Mondphase, erfuhren die Gäste. In diesem Jahr begann er am 13. September und endet mit einem dreitägigen Fest am 12. Oktober.

Fasten bedeute, kein Essen und kein Trinken vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, wurde den Besuchern erklärt. Doch nicht jeder Gläubige müsse fasten. Kinder beteiligten sich erst mit Beginn der Pubertät daran, Kranke überhaupt nicht und alte Menschen könnten sich von Fall zu Fall entscheiden.

Christliches Vorbild

Imam Bekir Karahan verwies auf den Koran. Mit der zweiten Sure Vers 183 zeigte er den Besuchern, dass das Fasten nach christlichem Vorbild geschehe, den "Früheren", wie es im Koran heißt.

Währenddessen umspielten Essensdüfte die Nasen der Anwesenden, die neugierig machten auf die Esskultur der türkischen Gemeinde, die in Ahaus rund 400 Familien umfasst. Ein Viertel der Gemeindemitglieder waren an diesem Abend anwesend. "Gern würden wir jeden Abend im Ramadan zum gemeinsamen Abendessen einladen, so wie es in größeren Städten üblich ist", gestand Enver Gürbüz, Vorsitzender des Türkisch-Islamischen Kulturvereins, "doch dazu fehlen uns die Möglichkeiten." Jeder brachte etwas mit, so dass der Tisch mehr als reichhaltig gedeckt war - unten im Gebetsraum für die Männer, oben für die Frauen.

Bittgebet

Doch vor dem gemeinsamen Abendessen stand das Bittgebet, für das sich der Imam Karahan die traditionelle Cubbe anlegte. Auch das Gebet war gekennzeichnet von der traditionellen Trennung nach Frauen und Männern. Das Abendessen, das dem Bittgebet folgte, findet normalerweise zu Hause statt. Für diesen offenen Abend aber hatten alle Frauen gekocht und gebacken. Um 21 Uhr fand das eigentliche Abendgebet statt, das alle noch einmal im Gebet vereinte. emk

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