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Fotografieren im Freibad ist ein sensibles Thema

Fotos unter Wasser sind im Aquahaus Ahaus verboten

Fotografieren mit dem Smartphone ist fast überall möglich. Im Aquahaus Ahaus sorgen Regeln dafür, dass Gäste nicht ungewollt vor die Linse geraten.

Ahaus

, 18.06.2018
Fotografieren im Freibad ist ein sensibles Thema

Fotos mit dem Smartphone sind im Freibad – auch unbemerkt – schnell gemacht. Im Aquahaus regelt die Haus- und Badeordnung den Gebrauch der Kamera. Wer sich nicht daran hält, dem kann für den Tag Hausverbot erteilt werden. © FOTO: Christian Boedding

Das Smartphone ist heute überall dabei, auch im Freibad: ein Bild von den Freunden auf der Liegewiese, ein Video vom Beckenrand, wie der Nachwuchs seine ersten Bahnen zieht. Der Weg vom Daumen zum Auslöser ist kurz. Neuere Smartphones können mittlerweile sogar zum Filmen und Fotografieren unter Wasser verwendet werden. Das stört viele Badegäste, die nur leicht bekleidet im Wasser planschen. Würde ein Smartphone-Verbot im Freibad Sinn machen? Wir haben nachgehört, wie das Aquahaus in Ahaus mit dem Thema umgeht.

„Ein generelles Smartphone-Verbot gibt es im Aquahaus nicht“, sagt Franz-Josef Bülter, Betriebsleiter Ahauser Bäder, am Montag auf Anfrage der Münsterland Zeitung. „Wir können nicht einerseits freies WLAN anbieten und andererseits sagen, Smartphones sind verboten. Das passt nicht.“

Taschenkontrollen sind urnealistisch

Seit 2017 sei auf fast dem kompletten Gelände kostenfreies Internet verfügbar. „Drinnen wie draußen“, erklärt Franz-Josef Bülter. „Ich glaube kaum, dass deswegen jemand mit seinem Computer hierhin kommt. Das freie WLAN wird ja in erster Linie für Smartphones genutzt und die haben nun mal alle eine integrierte Fotokamera.“ Das zum Lebensalltag gehörende Smartphone komplett aus dem Freibad zu verbannen, das sei nicht praktikabel, weder personell noch wirtschaftlich. Taschenkontrollen vor dem Drehkreuz seien völlig unrealistisch.

Der Gebrauch des Smartphones ist im Aquahaus also nicht verboten. Doch wie sieht es mit dem Fotografieren aus? „Wir erlauben es“, antwortet Franz-Josef Bülter. „Wir haben aber aufgrund unserer Haus- und Badeordnung die Möglichkeit einzugreifen, wenn Missbrauch betrieben wird.“ Denn Punkt sieben der Ordnung regelt folgendes: „Das Fotografieren und Filmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung ist nicht gestattet.“

Für gewerbliche Zwecke und die Presse bedarf es einer Genehmigung der Betriebsleitung. „Fotografieren unter Wasser ist grundsätzlich nicht gestattet“, zitiert Franz-Josef Bülter einen wichtigen Punkt aus der Haus- und Badeordnung. Der Text ist angelehnt an eine Mustervorlage der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. „Wir wollen doch nicht verbieten wenn Eltern, die ersten Schwimmversuche ihrer Kinder dokumentieren. Das fürs Familienalbum festzuhalten, gehört doch dazu.“

Erst ermahnende Worte, dann Hausverbot

Allerdings werden die Aquahaus-Mitarbeiter aktiv, wenn Badegäste gegen Punkt sieben der Anordnung verstoßen. Der Betriebsleiter: „Wir wollen, dass die Gäste sich bei uns wohlfühlen, wir reglementieren wenig. Aber wir schreiten natürlich ein, wenn andere Gäste sich belästigt fühlen.“ Dann werde der Fotograf angesprochen. „Sollte er sein Tun nicht unterlassen, können wir ihm für den Tag Hausverbot erteilen.“ Doch zuerst setzen die Verantwortlichen auf die Kraft des Wortes.

Das Fotografierverbot unter Wasser sei explizit in die Haus- und Badeordnung aufgenommen worden, berichtet Franz-Josef Bülter. „Da gab es in der Vergangenheit schon Beschwerden. Immer mehr Handys sind bis zu einer gewissen Tiefe wasserdicht. Wir können ja unter Wasser nicht kontrollieren, deshalb das Verbot.“ Natürlich werde von Uneinsichtigen sofort gefragt, wo denn das Verbot stehe, sagt Franz-Josef Bülter. „Wir verweisen dann auf unseren Aushang im Foyer und an der Freibadkasse.“ Aber damit sei es wie mit den Allgemeinen Geschäftsbindungen im Internet. „Das liest sich keiner durch.“

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