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Rasen statt Spielgeräte

Spielplatz Tückingstraße

Anlieger Michael Domjahn will sich nicht damit abfinden, dass die Stadt den Spielplatz an der Tückingstraße abbaute.

AHAUS

, 04.07.2018
Rasen statt Spielgeräte

Eine verwaiste Fläche, die Spielgeräte sind abgebaut. Dass an der Tückingstraße bis vor zwei Wochen ein Spielplatz war, ist heute nicht mehr zu sehen. Michael Domjahn, seine Tochter Chayenne (l.), deren Freundin Nina sowie weitere Anlieger hätten ihn gerne zurück. © Christian Boedding

Zwei Wochen später ist der Ärger bei Michael Domjahn immer noch nicht verklungen. Der Ärger darüber, mit welcher Geschwindigkeit die Stadt den Abbau des Spielplatzes an der Tückingstraße anging. „Ich kam gerade von der Nachtschicht, da rollten schon die Bagger an.“ Innerhalb eines Tages seien die Spielgeräte abgebaut, der Sand ausgehoben und Erde angefüllt worden. Seitdem sind Doppelschaukel, Sandkasten, Schaukelpferd und Turnstangen dort Geschichte.

Michael Domjahn, der direkt am Spielplatz wohnt, kann es nicht fassen. „Allein am Montag wollten hier an die 20 Kinder spielen, die kommen alle hier aus der Ecke.“ Michael Domjahn wurmt, dass die Stadt den Spielplatz unter anderem mit der Begründung abbaute, er sei nicht mehr attraktiv genug. „Man kann natürlich anderswo tolle Leuchtturmspielplätze hinsetzen und dafür Spielplätze verwahrlosen lassen.“ Sein Eindruck sei, dass die Stadt den Spielplatz an der Tückingstraße in den vergangenen Jahren verlottern ließ. „Wir Anlieger haben hier zum Schluss geguckt, dass Glasscherben und Müll entsorgt wurden. Eine vor ein paar Jahren von Jugendlichen an Silvester demolierte Wippe sei erst gar nicht erneuert worden, sagt Michael Domjahn.

Wiederaufbau gewünscht

Dabei seien Anlieger durchaus weiter bereit, sich um die Pflege des Spielplatzes zu kümmern. Vor allem die Kinder würden sich den Wiederaufbau wünschen. Das hat Michael Domjahn auch der Stadt Ahaus auf deren Homepage mitgeteilt. Zum entsprechenden Eintrag bei der Bürgerbeteiligung zum Grün- und Freiraumkonzept wurde 116 Mal „finde ich auch“ geklickt.

Michael Domjahn: „Der Standort an der Tückingstraße ist einfach genial. Hier sind rundherum Häuser, man hat die Kinder immer im Blick.“ Der nächste Spielplatz an der Aabachschule sei weniger für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern bis 16 Uhr für die Kinder des Offenen Ganztags reserviert. „Da müssen andere Kinder warten.“ Der Spielplatz Schwarzer Weg sei zumeist von Alkohol trinkenden Jugendlichen bevölkert. Dass der Abbau des Spielplatzes an der Tückingstraße auf eine drei Jahre alte Befragung zurückging, hat der Familienvater kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen. „Wir wohnen hier acht Jahre und sind nicht gefragt worden.“

Die Stadt hatte am Mittwoch auf Anfrage der Münsterland Zeitung einen schwachen Trost für die Anlieger parat: Die Spielfläche an der Tückingstraße werde nicht aufgegeben, sondern nur stillgelegt. Das teilte Pressesprecherin Anna Reehuis schriftlich mit. Auf dem Gelände werde Rasen eingesät und dann vom Bauhof gepflegt. Allerdings wird der Spielplatz vorerst nicht wieder aufgebaut.

Neue Erhebung

Anna Reehuis: „2018/19 läuft eine neue Erhebung. Nach Abschluss und Auswertung werden dann 2020 neue Maßnahmen umgesetzt.“ In dem Spielbezirk, zu dem die Tückingstraße gehöre, seien ausreichend Spielplätze vorhanden: an der Aabachschule und im Bereich Schwarzer Weg.

Die Stadt habe für die Spielraumplanung 40 Kinder befragt, erklärte Anna Reehuis. Dies sei über Fragebogen und im Gespräch mit Birgit Gausling geschehen, die bei der Stadt für die Jugendförderung zuständig ist. Der Fachbereich Jugend treffe sich zudem regelmäßig mit Schülervertretern der Grundschulen und der weiterführenden Schulen, um so auf die Wünsche und Ideen der Kinder einzugehen.