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Allianz-Chef Bäte verordnet Einfachheit

München. Versicherungsverträge sind notorisch kompliziert - und die Versicherer von Online-Konkurrenz bedroht. Allianz-Chef Bäte will sein als schwerfällig geltendes Unternehmen so auf Effizienz trimmen.

Allianz-Chef Bäte verordnet Einfachheit

Allianz-Chef Oliver Bäte will auf „Produktivität, Einfachheit und Innovation“ setzen. Foto: Sven Hoppe

Allianz-Chef Oliver Bäte verordnet seinen 140.000 Untergebenen ein für Versicherungen unübliches Ziel: Einfachheit.

Um die Profitabilität zu erhöhen und der befürchteten Konkurrenz durch große Internet-Plattformen und kleine Start-ups vorzubeugen, will Bäte die Vielzahl der verschiedenen Policen reduzieren. Zudem verordnet er den ziemlich eigenständigen 70 Ländergesellschaften weltweit standardisierte Produkte. „Wir arbeiten an vielen Stellen viel zu komplex“, sagte er bei der Hauptversammlung in München. „Die Straußeneier des Wettbewerbs sind Produktivität, Einfachheit und Innovation.“

Als positives Beispiel hob der Manager Spanien hervor, wo die Allianz nur noch zwei Tarife in der Kfz-Versicherung anstelle mehrerer Dutzend wie in anderen Ländern anbietet. Die Allianz hat 70 Ländergesellschaften, die seit jeher weitgehend selbstständig operieren.

Bäte will diese Ländergesellschaften nun durch stärkere Zentralisierung an die Kandare nehmen. Produkte, Systeme und Prozesse würden drastisch vereinfacht und harmonisiert, sagte der Konzernchef. Darüber wachen soll im Vorstand der eigens für die „Transformation“ berufene Manager Ivan de la Sota. Das Direktgeschäft - also den Verkauf von Versicherungen über Internet und Telefon - will Bäte „bündeln“. Er nannte aber keine Einzelheiten, ob das etwa die Gründung einer global agierenden Direktversicherungstochter bedeuten könnte.

Ziel der Operation ist nicht nur, mehr Policen zu verkaufen, sondern auch die Profitabilität zu steigern: Die Eigenkapitalrendite - also das Verhältnis von Gewinn zu Eigenkapital - soll auf 13 Prozent steigen. Kritik an Bätes Einfach-Plan kam von den Aktionären nicht, wohl aber Skepsis: „Ist das die Lösung, wenn man von vierzig Varianten in der Kfz-Versicherung auf zwei zusammenstreicht?“, fragte Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, eine wegen ihrer kampfstarken Auftritte bei vielen Hauptversammlungen bekannte Aktionärsvertreterin.

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