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Alpenkrimi: Steirerkind

Berlin. Zwei sich launig piesackende Ermittler und ein Toter im Schnee gehören zum Fall „Steirerkind“ aus der Reihe „Alpenkrimi“. Gedreht hat ihn Wolfgang Murnberger - teils beim Skiwettbewerb Nightrace in Schladming. Das Ergebnis ist durchaus unterhaltsam.

Alpenkrimi: Steirerkind

„Steirerkind“ mit Sandra Mohr (Miriam Stein) und ihrem Vorgesetzten Sascha Bergmann (Hary Prinz, l) vom LKA Graz und dem lokalen Postenkommandanten Völk (Johannes Zeiler). Foto: Stefan Haring/ARD-Degeto

Es ist was los im neuen Alpenkrimi. Ein Umweltaktivist, der die Skipiste mit „einer kleinen Überraschung“ für die Sportler vermint. Tabledance-Girls, denen die Gäste der örtlichen Szenebar bei schwülem Rotlicht auf die nackten Hinterteile starren. Ein handfester Streit unter Einheimischen in einem Wirtshaus.

Das alles geschieht im idyllischen österreichischen Wintersportort Schladming zwei Tage vor dem internationalen Wettbewerb Nightrace, zu dem zehntausende Zuschauer erwartet werden. Mit rasant gefilmten Bildern solcher Art lässt der Regisseur Wolfgang Murnberger („Kebab extra scharf!“) seinen vor allem wegen seines Dialogwitzes originellen Krimi „Steirerkind“ beginnen. Das Erste zeigt ihn am Sonnabend (7. April) um 20.15 Uhr.

Als dann noch der Nationaltrainer tot im Schnee gefunden wird, wird das Geschehen zum Fall für Sascha Bergmann (Hary Prinz) und Sandra Mohr (Miriam Stein) vom LKA Graz. Es ist der zweite Fall der beiden sehr ungleichen Ermittler aus der Reihe „Alpenkrimi“, die mit „Steirerblut“ - ebenfalls als Produktion der Allegro Film mit der ARD-Tochter Degeto und dem ORF - im März 2017 gestartet war. Auch damals nach einem Roman der Wiener Erfolgsautorin Claudia Rossbacher. Schnell finden der abgeklärte Chefinspektor, der die Arbeit in der Provinz hasst, und seine ehrgeizige junge Kollegin heraus, dass um den ermordeten Karl „Charly“ Wintersperger (Rainer Wöss) kaum jemand wirklich trauert.  

Er galt als Choleriker, der Stress mit seinen beiden Söhnen hatte, die ebenfalls bei dem Skirennen antreten wollen. Dabei enttäuschte ihn Lukas (Christopher Schärf) nicht zuletzt mit seiner neuen Freundin, einer Stripperin. Seinem Ziehkind Mario (Ferdinand Seebacher) verbot der Alte jeglichen Kontakt zu einem neuen Sponsor. Und auch mit seinem Bruder (David Rott), der ihm viel Geld schuldete, lag er im Clinch.

Verdächtig ist außerdem sein Trainer-Nachfolger Norbert Bachler (Marcus Mittermeier), dem nun nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch Schmiergeld winkt. Dabei wissen die Grazer Polizisten noch nicht, dass der jüngste Wintersperger-Nachwuchs Jakob (Jeremy Miliker) in der Mordnacht unbewusst zum Zeugen geworden ist.

Regisseur Murnberger bietet solide Krimiunterhaltung mit einiger Spannung und unerwartetem Ausgang. Besonderen Reiz gewinnt die mundartlich geprägte Geschichte dank der Frotzeleien der beiden Kriminalisten mit ihrem jeweils komplizierten Privatleben. So meint die hochintelligente Sandra ironisch zum Chefinspektor, er finde sie wohl kaum so sexy wie besagte Stripperin. Worauf der Macho erklärt: „Stimmt doch gar net. Bist anders sexy.“ Und grinsend hinzufügt: „Net so auf den ersten Blick.“ Da seufzt die Jungkollegin bedient: „Danke. Mehr will i gar net wissen.“

Keine Ahnung hat der Chef davon, dass Sandra unversehens im Bett seines Sohns Daniel (Johannes Nussbaum) gelandet ist, der auch in Schladming weilt und ins Visier der Polizei gerät. Gedreht wurde übrigens unter anderem beim Original-Nightrace im Januar 2017 vor mehr als 40 000 Zuschauern. „Es war zum Teil schon sehr chaotisch. Und es waren lange kalte Nächte, wir haben in dieser Parkgarage gearbeitet, bis es hell wurde“, erinnert sich Miriam Stein an die Aufnahmen für den Film. „Das war, glaube ich, für uns alle der härteste Tag, da wir da live beim echten Rennen gearbeitet haben.“

Inzwischen ist bereits der dritte Teil der „Alpenkrimi“-Reihe fertiggestellt.

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