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Prozessbeginn um Raubüberfall auf Unternehmer in Südkirchen

Angeklagter bittet Opfer um Verzeihung

Südkirchen Viereinhalb Jahre nach einem brutalen Raubüberfall auf einen Unternehmer in Südkirchen hat vor dem Landgericht Münster der Prozess begonnen. Der Unternehmer leidet bis heute an den Folgen des Überfalls.

Angeklagter bittet Opfer um Verzeihung

Vor dem Landgericht Münster hat der Prozess um den Raubüberfall auf einen Unternehmer in Südkirchen begonnen. Foto: picture alliance / dpa

Der 30-jährige Angeklagte entschuldigte sich mehrmals für seine Tat. Das Opfer hatte Mühe, seine Tränen zurückzuhalten. Der Unternehmer saß an jenem 3. Dezember 2013 gerade am Frühstückstisch, als es an der Haustür klingelte. Der Mann öffnete, und schon wurde er mit einer Schusswaffe und einem Teppichmesser bedroht. „Ich hatte Angst“, gab der Zeuge am Donnerstag zu.

Gefesselt und geknebelt

Nachdem der Räuber ihn gefesselt und geknebelt hatte, musste der Geschäftsmann mit ansehen, wie der Täter alle Wertsachen zusammenraffte und schließlich auch noch mit dem Auto des Opfers flüchtete. Die Beute hatte einen Gesamtwert von mehreren Tausend Euro.

Bis heute hat der 58-jährige Unternehmer die Tat nicht überwunden. „Ich habe geglaubt, ich hätte es verdrängt“, sagte er den Richtern. Tatsächlich aber habe er ein Jahr später seine Firma verkaufen müssen, weil er es einfach nicht mehr geschafft habe, sich ausreichend zu konzentrieren. Außerdem geht der Unternehmer bis heute davon aus, dass der Räuber einen Tipp von einem der Angestellten bekommen hat.

Spontaner Entschluss

Genau dies bestreitet der 30-jährige Angeklagte jedoch. „Es war ein spontaner Entschluss“, sagte er den Richtern. In mehreren Briefen hat er schon vor Monaten sein Opfer um Verzeihung gebeten. „Ich war egoistisch und rücksichtslos“, heißt es darin. Und: An diesem Tag habe ich eine Grenze überschritten.“

Der junge Mann war nach dem Überfall mehr als drei Jahre untergetaucht, hatte sich dann aber doch noch freiwillig bei der Polizei gestellt.

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