Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Bank muss ordnungsgemäßen Betrieb von Geldautomat nachweisen

Aachen. Nicht immer arbeiten Geldautomaten fehlerfrei. Ärgerlich kann es vor allem werden, wenn kein Geld ausgezahlt, das Konto aber trotzdem belastet wird. Nach Ansicht von Gerichten müssen Banken im Zweifel nachweisen, dass alles korrekt gelaufen ist.

Bank muss ordnungsgemäßen Betrieb von Geldautomat nachweisen

Abgebucht, aber kein Geld ausgezahlt - im Zweifelsfall muss die Bank beweisen, das der Geldautomat zuverlässig funktioniert hat. Foto: Marius Becker/dpa

Geldinstitute müssen im Zweifel beweisen können, dass ein von ihnen aufgestellter Geldautomat ordnungsgemäß funktioniert hat. Das befand das Amtsgericht Aachen in einem Urteil.

Nach Ansicht des Gerichts ist es Aufgabe der Banken zu belegen, dass dem Kunden der von ihm begehrte Bargeldbetrag auch tatsächlich zur Verfügung gestellt wurde (Az.: 105 C 278/15). Für Fälle einer behaupteten Fehlfunktion des Geldautomaten gebe es für Banken keine Beweiserleichterung.

Im dem vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mitgeteilten Fall hatte ein Bankkunde behauptet, er habe zunächst 800 Euro an dem Geldautomaten abheben wollen. Allerdings reichte sein Kontoguthaben nicht aus. Der Automat zeigte ihm einen Verfügungsrahmen von 600 Euro an. Der Kunde brach nach eigenen Angaben den Auszahlvorgang aber ab. Dennoch wurde sein Konto mit den 600 Euro belastet.

Das Amtsgericht verurteile die Bank, den Betrag zurückzuerstatten. Zwar habe ein Sachverständiger im Prozess ausgesagt, dass der Geldautomat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit korrekt gearbeitet habe. Das reiche aber nicht aus. Erforderlich sei ein „für das praktische Leben brauchbarer Grad an Gewissheit, der Zweifeln Schweigen gebietet“. Diesen Grad an Gewissheit konnte das Gericht hier nicht erlangen.

Ein Grund: Basis der Begutachtung bildeten alleine die von der Bank vorgelegten Geräte- und Serverprotokolle. Das lokale Geldautomatenprotokoll wurde auch nach mehrfacher Aufforderung durch den Sachverständigen nicht zur Verfügung gestellt. Da dies aber wichtige Zusatzinformationen enthalte, sei der Nachweis eines technisch fehlerfreien Auszahlungsvorganges nicht erbracht.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Berlin. Der Einbau von Glasfaseranschlüssen für schnelles Internet lässt sich steuerlich geltend machen. In welcher Form und Höhe das möglich ist, hängt dabei von den Eigentumsverhältnissen ab.mehr...

München. Ein Mann enterbt seine Ehefrau und alle seine Kinder außer einem. Dass es zu einem Streit kommt, steht wohl außer Frage. Deshalb bestimmt der Erblasser, dass die Familie diesen vor einem Schiedsgericht klären muss. Doch damit geht er zu weit.mehr...

Berlin. Wohnen wird immer teurer. Auch in diesem Jahr wird sich an diesem Trend vermutlich nichts ändern. Was aber tun, wenn eine Mieterhöhung ins Haus flattert? Können Mieter sich dagegen wehren?mehr...

Frankfurt/Main. Geldanlage mit hohen Zinsen? Diese Zeiten scheinen lange vorbei. Schon seit Jahren werfen Tagesgeld und Co. kaum noch etwas ab. Clevere Sparer können trotzdem die Inflationsrate schlagen.mehr...

Stuttgart. Mit Hebelprodukten können Anleger mit wenig Kapital hohe Gewinne erzielen - oder auch kräftige Verluste einfahren. Wie funktionieren diese Finanzprodukte? Und worauf sollten Anleger achten?mehr...