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Bernhard Langer will auch mit 60 um Masters-Sieg mitspielen

Augusta. Golfer Bernhard Langer ist seit 42 Jahren im Profigeschäft dabei und tritt als nun 60-Jähriger erneut beim Masters an, das er vor 25 Jahren zum zweiten Mal gewinnen konnte. Seine Ambitionen sind über die Jahrzehnte nicht kleiner geworden.

Bernhard Langer will auch mit 60 um Masters-Sieg mitspielen

Bernhard Langer will beim Masters vorne mitspielen. Foto: Carlie Riedel

Er ist zwar schon 60, doch Bernhard Langer tritt beim US Masters in Augusta nicht an, um ein bisschen an seine Siege zu erinnern und höflichen Applaus zu erhalten.

1985 und 1993 hat Langer das Turnier gewonnen und damit ein lebenslanges Startrecht an der Magnolia Lane. Und auch 2018 ist der immer noch ehrgeizige Golf-Altmeister dabei, um vorne mitzuspielen.

„Mein Ziel ist es, hier im Rennen mit dabei zu sein“, sagte Langer beim Training vor dem Start des Turniers am 5. April. „In zwei der letzten vier Jahre war das auch so.“ Langer hat seit 1993 vier Top-Ten-Ergebnisse beim Masters erreicht, unter anderem Platz acht im Jahr 2014. Zwei Jahre später lag er nach der dritten Runde nur zwei Schläge hinter dem Führenden. „Ich habe damals nicht gespielt, um Vierter oder Fünfter oder Dritter oder sonst was zu werden. Ich wollte gewinnen, und ich habe extrem aggressiv dafür gespielt“, sagte Langer. Am Ende fiel er noch bis auf Rang 24 zurück.

Sein Ziel sei es auch in diesem Jahr nicht, nur den Cut zu schaffen und sich für die dritte und vierte Runde zu qualizieren. „Ich will vorne mit dabei sein, auf dem Leaderboard, und ich will mir eine Chance erarbeiten, am Sonntag die Trophäe zu gewinnen - oder in diesem Fall das grüne Jackett.“ Auch Deutschlands Top-Golfer Martin Kaymer (33) und der genesene Superstar Tiger Woods (42) spielen um das wohl berühmteste Jackett im Sport. „Wenn Tiger auf den Platz kommt, ist die Vorfreude und Aufregung unter den Zuschauern zu spüren“, sagte Kollege Justin Rose nach dem Montags-Training.

Auch der stets bescheidene Langer genießt in seiner Wahlheimat Amerika große Sympathien. Er ist nicht der einzige Golfer, der in vergleichsweise hohem Sportler-Alter weiterhin auf Titeljagd geht. Jack Nicklaus etwa holte den letzten seiner bisher unerreichten 18 Major-Titel mit 46, der älteste Major-Gewinner war Julius Boros, der mit damals 48 Jahren bei der PGA Championship 1968 triumphierte. Langer ist nur ein paar Monate älter als Tom Watson, der 2009 mit damals 59 einen Putt aus zweieinhalb Metern nicht lochte und deshalb nicht die Open Championship gewann. Dennoch: Mit einem Erfolg würde der 60-Jährige alle Altersrekorde knacken.

Langer räumt ein, dass die Nachteile älterer Golfer bei den langen Schlägen die Siegchancen nicht zu seinen Gunsten verbessern. „Die Jungs sind heutzutage viel fitter, als Golfer jemals zuvor waren. Spieler wie Phil Mickelson, Fred Couples und zukünftig auch einige andere haben aber immer noch die Länge, um die Plätze zu bezwingen und im Wettbewerb eine Chance zu haben“, sagt Langer. Zumindest, wenn ihr kurzes Spiel auf den Grüns gut sei.

Die jungen Stars von heute könnten später als alte Herren deutlich mehr als nur Underdogs sein, meint Langer, der auch dank seiner Fitness jahrelang die Senioren-Tour dominierte. Golfer hätten in den vergangenen Jahren gelernt, richtige Athleten zu sein. „Sie haben Coaches, Mental-Trainer und alles, was man braucht“, sagt Langer. „Sie achten auf ihre Ernährung und das wird ihnen die Langlebigkeit geben.“ Der Schwabe ist selbst das beste Beispiel.

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