Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Billigschnaps getrunken: Mindestens 82 Tote in Indonesien

Jakarta. Schwarzbrennerei ist im muslimischen Indonesien ein einträgliches Geschäft - und ein tödliches. Dutzende Menschen starben, nachdem sie Billigschnaps getrunken hatten. Die Polizei verspricht: Innerhalb weniger Wochen soll damit Schluss sein.

Billigschnaps getrunken: Mindestens 82 Tote in Indonesien

Sichergestellter Billigschnaps in Jakarta: Dutzende Menschen sind auf der indonesischen Insel Java durch selbstgebrannten Billigschnaps ums Leben gekommen. Foto: Tatan Syuflana/AP

Mindestens 82 Menschen sind auf der indonesischen Insel Java durch illegal hergestellten Billigschnaps ums Leben gekommen. Die Polizei will dem Geschäft mit dem schwarzgebrannten Alkohol nun einen Riegel vorschieben.

Die Opfer starben diesen Monat in der Provinz Westjava und in der Hauptstadt Jakarta, wie die Polizei mitteilte. Sie hatten zuvor billige, oft selbstgebrannte alkoholische Getränke zu sich genommen. Mehr als 80 weitere Menschen seien mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es. Die Behörden von Bandung, der Provinzhauptstadt Westjavas, hatten zuvor einen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

In der Hauptstadt Jakarta wurden nach Angaben der Polizei zwölf Verdächtige festgenommen. In einer Pressekonferenz führte die Polizei einige der Festgenommenen in Handschellen vor. Ihnen wird der Verkauf von illegal hergestelltem Schnaps zur Last gelegt.

Das Ausmaß der Vorfälle sei vermutlich noch größer als bislang bekannt, sagte Indonesiens stellvertretender Polizeichef Muhammad Syafruddin. „Ich bin sicher, dass dies nicht nur in diesen Regionen passiert ist“, sagte er und versprach ein hartes Vorgehen gegen Schwarzbrenner. „Wir müssen das stoppen.“ Es seien bereits zu viele Menschen gestorben.

Die Polizei müsse die Herstellung und den Verkauf unterbinden, sagte Syafruddin und forderte höhere Strafen für Schwarzbrenner. Bis zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan im Mai werde es in Indonesien keinen illegal hergestellten hochprozentigen Alkohol mehr geben, versprach der Polizeibeamte.

In Indonesien - mit mehr als 220 Millionen Muslimen das weltweit bevölkerungsreichste muslimische Land - sind Bier, Wein und Schnaps verhältnismäßig teuer. Deshalb kaufen viele Menschen Alkohol aus Schwarzbrennereien. Jedes Jahr sterben Dutzende Menschen an Alkoholvergiftungen.

Illegal hergestellter, hochprozentiger Alkohol enthält oft einen hohen Anteil an dem für Menschen giftigen Stoff Methanol, auch Methylalkohol genannt. Dieser entsteht durch den Brennprozess oder wird dem Produkt beigemischt. Wie die „Jakarta Post“ unter Berufung auf die Polizei berichtete, bestand der weitaus größte Teil der beschlagnahmten Produkte aus reinem Alkohol, der mit anderen Flüssigkeiten wie Sirup oder Limonade gemischt worden war.

Viele Schwarzbrenner, die Schnaps oft in ihren eigenen Häusern herstellen, sind indonesischen Experten zufolge nicht in der Lage, das Methanol aus ihren Produkten zu entfernen. Der Konsum von Methanol kann zur Erblindung oder in höheren Dosen sogar zum Tod führen.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Seattle. Sie waren mit dem Fahrrad unterwegs, als die Großkatze angriff. Ein Mann wurde von dem Berglöwen getötet, der andere entkam verletzt. So eine Attacke ist höchst ungewöhnlich.mehr...

Honolulu. Ein Vulkanausbruch auf Hawaii schreckt die Anwohner am frühen Morgen auf. Eine gewaltige Wolke steigt auf, doch der Ascheniederschlag ist weniger schlimm als befürchtet.mehr...

Honolulu. Der Kilauea Vulkan auf Hawaii gibt keine Ruhe. Nach einem weiteren Ausbruch am frühen Morgen türmt sich über der Inselkette im Pazifik eine gewaltige Aschewolke auf.mehr...

Osnabrück. Der Säugling hat lebensgefährliche Verletzungen. Ein fremder Hund soll das erst wenige Tage alte Baby attackiert haben, so schildern es die Eltern. Erste Ermittlungen führen jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis - und das ist noch erschreckender.mehr...

Leverkusen. Die ganze Nacht über sind Polizei und Feuerwehr auf der A3 im Einsatz, um fünf entlaufene Wasserbüffel einzufangen. Die großen Tiere laufen auf der Autobahn bei Leverkusen kreuz und quer - eine Tierärztin muss sie schließlich betäuben.mehr...