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Brasilien-Misere in WM-Quali: 0:0 gegen Argentinien

Belo Horizonte (dpa) Der Bremer Diego sprintete nach der Dusche wortlos an den Journalisten vorbei, Herthas Gilberto gab verärgert den Fans die Schuld und Bayern-Profi Lucio räumte nach der erneuten brasilianischen Misere unumwunden ein: «Wir sind alle frustriert».

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Baptista (r) und Gilberto (l) haben gegen Argentiniens Messi keine Chance.

Brasiliens Juan (m) wird vom Argentinier Burdisso (r) beim Kampf um den Ball getreten.

Brasiliens Anderson (l) holt den Argentinier Lionel Messi (m) von den Beinen.

Der Argentinier Gabriel Heinze (r) bringt Brasiliens Diego mit einem Schubser zu Fall.

Der Brasilianer Gilberto Silva (l) tritt unter dem Arm von Brasiliens Riquelme hindurch nach dem Ball.

Der Brasilianer Adriano (l) prallt beim Kampf um den Ball gegen den Argentinier Sergio Aguero.

Nach einem 0:0 zu Hause gegen Erzrivale Argentinien und drei sieglosen Spielen in Serie mit insgesamt 0:4 Toren ist der Rekordweltmeister im südamerikanischen Qualifikationsturnier zur WM 2010 nur noch trauriges Mittelmaß. In einer Kneipe in Rio verbrannte ein Fan sein kanariengelbes Trikot.

Die «Seleção» wurde von den 60 000 Fans im Mineirao-Stadion in Belo Horizonte in der zweiten Hälfte gnadenlos ausgepfiffen. Schlimm sieht es nun insbesondere für Nationalcoach Carlos Dunga aus, der nach Medienberichten um seinen Job bangen muss. «Dunga, du Esel» und «Auf Wiedersehen Dunga» wurde von den Rängen gebrüllt. Der frühere Stuttgarter stellte zum Ärger von Fans und Kommentatoren seine ohne die angeschlagenen Stars Ronaldinho und Kaká aufgelaufene Elf wieder sehr defensiv ein. Die Hausherren hatten in den 90 Minuten nur eine wirklich gute Torchance, die Julio Baptista (22.) vergab.

Vor allem Lionel Messi wirbelte die Brasil-Abwehr ein ums andere Mal durcheinander, versagte aber im Abschluss. Der Jungstar des FC Barcelona wurde sogar von den heimischen Fans beklatscht. «Das gibt es sonst nirgendwo auf der Welt, das ist für uns doch demütigend», meckerte Gilberto, einer der wenigen brasilianischen Aktivposten.

Diego wurde in der 34. Minute ein- und 11 Minuten vor Schluss wegen totaler Wirkungslosigkeit wieder ausgewechselt. Die zwei anderen Bundesliga-Legionäre Lucio und Mineiro fielen ebenso wie das gesamte Team kaum auf. «Wir waren alle sehr schlecht, da muss dringend etwas passieren», gab Stürmer Robinho zu. Das hatten Fans und Medien bereits nach dem peinlichen 0:2 im Testspiel gegen Venezuela und der 0:2-Qualifikations-Schlappe in Paraguay gefordert. «Unsere Nationalelf so defensiv zu sehen, das ist erschreckend für uns alle», meinte sogar kurz vor dem Spiel Fußball-Legende Pelé.

Nach dem sechsten Spieltag des Qualifikationsturniers belegen die Brasilianer mit neun Punkten nur den vierten Platz, der gerade noch die direkte Qualifikation zur WM 2010 bedeutet. Allerdings können sowohl Venezuela als auch Chile, die beide jeweils sieben Punkte haben und im venezolanischen Puerto La Cruz aufeinandertreffen, die Brasilianer auf den fünften Platz verdrängen. Der Fünftplatzierte der Südamerika-Gruppe bekommt nach den 18 Spieltagen eine Chance in einem Relegationsspiel gegen eine Auswahl des nord- und mittelamerikanischen Verbandes CONCACAF.

Tabellenführer blieb trotz einer 2:4-Niederlage in Bolivien das Überraschungsteam von Paraguay (13 Punkte), vor Argentinien (11) und Kolumbien (10). Die Paraguayer gingen in der «Höhen- Hölle» von La Paz unter. Für das bisherige Schlusslicht Bolivien (4) schossen Joaquin Botero (22. und 67.), Ronald García (25.) und Marcelo Moreno (73.) die Tore. Der frühere Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz (46.) und Haedo Valdez (82.) betrieben für die Gäste nur Ergebniskosmetik.

Für Dunga ist die Tabelle noch unwichtig. «Wartet nur das Ende des Turniers ab», so der Coach, der nun die Koffer für die Spiele in Peking packen muss. In einer ähnlichen Situation wurde Startrainer Vanderlei Luxemburgo im Jahr 2000 vom Amt des Nationalcoachs enthoben, weil er die olympische Goldmedaille nicht hatte gewinnen können. «Ich fürchte nicht um meinen Job, bin ein gemachter Mann», versicherte Dunga mit böser Miene nach dem Argentinien-Spiel.

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Baptista (r) und Gilberto (l) haben gegen Argentiniens Messi keine Chance.

Brasiliens Juan (m) wird vom Argentinier Burdisso (r) beim Kampf um den Ball getreten.

Brasiliens Anderson (l) holt den Argentinier Lionel Messi (m) von den Beinen.

Der Argentinier Gabriel Heinze (r) bringt Brasiliens Diego mit einem Schubser zu Fall.

Der Brasilianer Gilberto Silva (l) tritt unter dem Arm von Brasiliens Riquelme hindurch nach dem Ball.

Der Brasilianer Adriano (l) prallt beim Kampf um den Ball gegen den Argentinier Sergio Aguero.

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