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Buchmacher vor ESC-Finale: Deutschland steigt, Zypern vorne

Lissabon. Vor jedem ESC wird international gewettet und gesetzt. Während sich an der Spitze der Buchmacher-Tabelle seit Tagen nicht viel tut, hat Deutschland plötzlich aufgeholt. Stimmen die Prognosen - oder kommt am Ende alles ganz anders?

Buchmacher vor ESC-Finale: Deutschland steigt, Zypern vorne

Kurz vor dem ESC-Finale schwankt Michael Schulte in der Tabelle der Wettquoten zwischen Platz 5 und 6. Foto: Jörg Carstensen

Wenige Stunden vor dem Beginn des Finales des diesjährigen Eurovision Song Contest liegt Deutschland bei den Buchmachern gut im Rennen. Seit Freitag schwankt Michael Schulte aus Buxtehude mit seiner Ballade „You let me walk alone“ in der Tabelle der Wettquoten zwischen Platz 5 und 6.

der 28 Jahre alte Singer-Songwriter hat also gute Chancen auf einen Platz unter den Top Ten. Seine bewegende Performance samt einer aufblasbaren Projektionswand kommt in Lissabon gut an. Vor einer Woche standen die Chancen noch viel schlechter, da rangierte Schulte im hinteren Mittelfeld. Nun sei er „in Lauerstellung“ und der Song plötzlich „eines der favorisierten  Lieder“, schreibt ESC-Experte Jan Feddersen auf der deutschen Webseite des Wettbewerbs. Schulte konnte bei den Proben in der Altice Arena und beim Jury-Finale am Freitag die Herzen gewinnen.

Der große Eurovision-Showdown startet am Abend um 21.00 Uhr. Insgesamt gehen 26 Länder ins Rennen, darunter auch Australien. Bei den Buchmachern liegt Eleni Foureira aus Zypern mit ihrem Dance-Popsong „Fuego“ ganz vorne, die im glitzernden Catsuit und mit feuriger Bühnenshow antritt. Dahinter folgt die lange als Top-Favoritin gehandelte Netta aus Israel. Sie geht mit dem schrillen Frauenpower-Song „Toy“ und knallbuntem Outfit an den Start.

Auch Irland, Frankreich und Schweden liegen den Wettquoten zufolge weit vorne. Allerdings ist der ESC immer für Überraschungen gut: Im vergangenen Jahr wurde Italien lange als Top-Anwärter auf den Sieg gehandelt und landete am Ende auf Rang 6.

Michael Schulte hatte das gefühlvolle Stück für seinen vor 13 Jahren verstorbenen Vater geschrieben. Wenn er vor der aufblasbaren Projektionswand aus dem Dunkel auftaucht und mit seiner sanften Stimme „I’m a dreamer, A make-believer“ anstimmt, zieht in der Arena Stille ein. Dann tauchen einzelne Worte aus dem Text und Fotos von Vätern und Söhnen auf der Leinwand auf. Viele Zuschauer sprechen von „Gänsehaut-Gefühl“.

Feddersen kommentierte: „Es ist keine Geschichte, die er für sich erfindet. Die gibt es wirklich: ein Vater, um den er trauert, weil er ihn nach dessen Tod vermisste und immer noch vermisst, jetzt, da er selbst Vater wird.“ Schulte hatte erst am Donnerstag öffentlich gemacht, dass er im August Vater eines Jungen wird. Lange hatte er das Geschlecht des Kindes geheimgehalten. 

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