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Bundesbank zeigt Teil ihres Goldschatzes

Frankfurt/Main. Hunderte Goldbarren hat die Bundesbank seit 2013 nach Deutschland gebracht. Jetzt öffnet die Notenbank ihre Tresore - jedenfalls einen Spalt weit.

Bundesbank zeigt Teil ihres Goldschatzes

Im Geldmuseum der Bundesbank werden acht besonders interessante Goldbarren sowie seltene Münzen aus dem glänzenden Edelmetall gezeigt. Foto: Frank Rumpenhorst

Manche haben einen weiten Weg hinter sich: Die Goldbarren in den Tresoren der Deutschen Bundesbank in Frankfurt. Erstmals öffnet die Notenbank ihre Safes einen Spalt weit.

Im Geldmuseum der Bundesbank werden ab Mittwoch acht besonders interessante Barren sowie seltene Münzen aus dem glänzenden Edelmetall gezeigt. „Kaum ein Thema erfreut sich in der Bevölkerung eines größeren Interesses als Gold“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele am Dienstag.

Ein Prunkstück der Ausstellung: Einer der ältesten Goldbarren der deutschen Währungsreserven, der im Jahr 1917 in London gegossen wurde. Den Weg über die königliche Münze in Stockholm nahm ein 1937 ebenfalls in der britischen Hauptstadt produzierter Barren, bevor er 1954 zur Bank deutscher Länder gelangte, der Vorgängerin der Bundesbank.

„Die Ausstellung rundet die Transparenzoffensive der Bundesbank zum Gold ab“, betonte Thiele. Nach öffentlichem Druck hatte die Notenbank 2013 das Ziel ausgegeben, mindestens die Hälfte des deutschen Schatzes in eigenen Tresoren im Inland aufzubewahren.

Jahrelang hatten sich Verschwörungstheorien um Deutschlands Goldschatz gerankt, der aus historischen Gründen zum größten Teil im Ausland lagerte. Seit 2013 brachte die Notenbank Jahr für Jahr Hunderte Barren auf streng geheimen Wegen über den Atlantik und den Rhein nach Deutschland - aus den Tresoren der US-Notenbank Fed in New York und der Banque de France in Paris.

Im vergangenen August wurde die Verlagerung geschlossen. Gut die Hälfte der deutschen Goldreserven von derzeit insgesamt 3374 Tonnen (Stand: Ende 2017) lagern nun auf dem Gelände der Bundesbank in Frankfurt.

Die Aufbewahrung des Edelmetalls im Ausland hat eine Vorgeschichte: Ab Mitte 1951 baute die Bank deutscher Länder erste Goldreserven auf. In den Wirtschaftswunderjahren nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs der deutsche Goldschatz rasant. Der florierende Export brachte der Bundesrepublik viele Dollar ein, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht wurden.

Während des Kalten Krieges war es gewollt, deutsches Gold „westlich des Rheins“ und weit außerhalb der Landesgrenzen zu verwahren - als möglichen Puffer für Währungskrisen.

Ein Teil des Schatzes lagert auch weiter in New York und London. Im Fall einer extremen Krise, wenn etwa niemand mehr bereit wäre, Euro zu akzeptieren, könnte dort Gold gegen Dollar getauscht werden. London ist der größte Handelsplatz für das Edelmetall, der US-Dollar die wichtigste internationale Reservewährung.

Die Sonderausstellung „Gold. Schätze in der Deutschen Bundesbank“ präsentiert auch Raritäten aus der Münzsammlung der Notenbank - darunter den Solidus. Die Goldmünzen wurden im Jahr 309 nach Christus vom römischen Kaiser Constantin dem Großen eingeführt. Zu sehen sind auch echtes Rheingold oder Donaugold. Die Münzen bestehen zum Teil aus dem Edelmetall, das aus dem Schwemmsand der Flüsse gewonnen wurde.

Die Ausstellung ist vom 11. April bis 30. September 2018 im Geldmuseum der Bundesbank zu sehen.

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