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Bundespräsident fordert mehr Wertschätzung für Ausbildung

Düsseldorf/Essen/Dortmund. Mangelnde Wertschätzung, schlecht ausgestattete Berufsschulen, zu wenig Durchlässigkeit: Das duale Ausbildungssystem in Deutschland hat trotz aller Fortschritte viele Baustellen. Bundespräsident Steinmeier diskutiert in Düsseldorf über mögliche Lösungen.

Bundespräsident fordert mehr Wertschätzung für Ausbildung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Foto: Sebastian Gollnow

Digitale Kompetenz, mehr Auslandserfahrung und Studienmöglichkeiten: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Düsseldorf mit Spitzenvertetern von Verbänden und Kammern über Wege diskutiert, mehr Wertschätzung für die berufliche Bildung in Deutschland zu erreichen. „Selten war die bildungspolitische Debatte geprägt durch ein Thema, was immerhin die Hälfte unserer jungen Menschen betrifft“, sagte Steinmeier am Freitag.

Eine Woche lang war er mit seiner Ehefrau Elke Büdenbender durch sechs Bundesländer gereist, um sich in Gesprächen und Rundgängen über Stand und Perspektiven rund um das Thema Ausbildung in Deutschland zu informieren.

„Neben der beruflichen Qualifikation werden neue Tugenden immer wichtiger“, sagte Steinmeier. Dazu gehörten soziale Kompetenz und digitale Affinität. „Das muss sich auch in der Ausbildung widerspiegeln.“ Es sei zudem Zeit, dass viel mehr Lehrlinge und Auszubildende die Chance auf einen Auslandsaufenthalt bekämen. „Denn Europa ist der Arbeits- und Dienstleistungsmarkt der Zukunft.“

Der Bundespräsident lobte die mittlerweile größeren Karrieremöglichkeiten nach einer Ausbildung. „Unser Bildungssystem ist heute durchlässiger als in der Vergangenheit.“ Der spätere Wechsel ins Studium sei ebenso möglich wie die Karriere im gelernten Beruf.

Bei einer Podiumsdiskussion mit Steinmeier sprach der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, die aus seiner Sicht schlecht ausgestatteten Berufsschulen in Deutschland an. „Wir brauchen (...) eine deutlich andere Positionierung der Berufsschulen in der Schulpolitik“, sagte er. Diese hätten dabei nie eine Rolle gespielt. „Und unter uns: So sehen die auch aus. Wir können nicht Berufsbilder des 21. Jahrhunderts in Schulen abbilden, die dem 19. Jahrhundert entsprechen“, sagte Schweitzer.

In Düsseldorf stand am Freitag auch das ehrenamtliche Engagement Zehntausender Prüfer im Mittelpunkt, die bundesweit Prüfungsaufgaben für die Ausbildung erstellen und die Prüfungen der Industrie- und Handels- sowie der Handwerkskammern abnehmen.

Am Nachmittag standen für Steinmeier und Büdenbender noch Besuche in Essen und Dortmund auf dem Programm. Am Freitag endete zudem die bundesweite „Woche der beruflichen Bildung“, für die das Präsidentenpaar die Schirmherrschaft übernommen hatte.

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