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CDU-Generalsekretärin wünscht sich katholische Priesterinnen

Münster. Seit Jahrhunderten sind Frauen in der katholischen Kirche vom Priesteramt ausgeschlossen. Das Thema treibt aber zurzeit viele Gläubige um, auch vor dem anstehenden Kirchentag in Münster. Aus der CDU-Spitze kommt dazu ein überraschender Vorstoß.

CDU-Generalsekretärin wünscht sich katholische Priesterinnen

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht im Konstanzer Konzil zu CDU-Mitgliedern. Foto: Patrick Seeger/Archiv

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat unmittelbar vor dem Katholikentag mehr Ämter für Frauen in der Kirche sowie die Möglichkeit der Priesterweihe gefordert. „Ich wünsche mir, dass die Priesterinnenweihe kommt“, sagte die CDU-Politikerin in einem Interview in der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“ (Mittwoch).

In vielen Bistümern hätten Frauen bereits wichtige Leitungsfunktionen. Wenn das nicht zunehme, müsse man andere Wege gehen. „Ich könnte mir durchaus eine Frauenquote in der katholischen Kirche vorstellen.“ Denn Frauen bestimmten die tägliche Arbeit in der Kirche. Das müsse sich auch in Ämtern widerspiegeln, sagte Kramp-Karrenbauer, die auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken ist, der Laienorganisation der Kirche.

An diesem Mittwoch beginnt in Münster der 101. Katholikentag (bis 13.5).

ZdK-Präsident Thomas Sternberg äußerte sich zustimmend bei der Frauen-Frage. Vor der ZdK-Vollversammlung am Dienstag in Münster forderte Sternberg eine andere Denkweise. „Die Kirche muss begründen, warum Frauen von Ämtern ausgeschlossen werden sollen.“

Scharfe Kritik äußerte Sternberg an der Diskussion über Kreuze in allen bayerischen Behörden. „Ich freue mich über jedes Kreuz im öffentlichen Raum. Aber das Thema gehört nicht in den Wahlkampf“, sagte Sternberg. Er bezeichnete die Ankündigung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU), in allen Behördengebäuden unter der Verwaltung des Freistaats im Eingangsbereich ein Kreuz anbringen zu lassen, als „Wahlkampf-Gag“.

Traditionell trifft sich die Vollversammlung der Laienorganisation ZdK am Tag vor dem Katholikentag. Die Mitglieder wollten sich am Nachmittag in einem „Münsteraner Manifest“ gegen jede Form von Ausgrenzung, Rassismus sowie Ausländer- und Behindertenfeindlichkeit aussprechen. Sternberg kritisierte Anfragen der AfD im Bundestag zum Thema Ausländer und Behinderte als „widerliches Signal“ der Ausgrenzung.

Den schwelenden Streit unter den deutschen Bischöfen über die Kommunion sieht Sternberg ebenfalls kritisch. „Das macht das Bild, das die Kirche da abgibt, nicht gerade attraktiver“, sagte er. Zumal die Frage des Kommunionsempfangs für Protestanten in der Praxis in den Gemeinden längst gut geregelt sei.

Die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ fordert eine rasche Lösung. Man empfehle den Bischöfen „dringlichst, jetzt sehr schnell zu einer einmütigen Regelung zu kommen, wenn die Bischöfe nicht noch mehr den Anschluss an die Theologie verlieren und ihre Autorität gegenüber dem Kirchenvolk verspielen wollen“, sagte „Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner der Deutschen Presse-Agentur.

Unter den Bischöfen ist es zum offenen Bruch über die Frage des Kommunionsempfangs für Protestanten gekommen. Sieben Geistliche hatten sich in einem Schreiben an den Vatikan gegen eine mehrheitliche Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz vom Februar gewandt. Diese sieht vor, dass im Einzelfall auch evangelische Ehepartner die Kommunion in der katholischen Eucharistiefeier offiziell empfangen dürfen. Der Vatikan hat die Bischöfe zu einer gemeinsamen Lösung aufgerufen.

Gesundheitsminister Jens Spahn äußerte sich kritisch über den Umgang der Kirche mit Homosexuellen. Der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“ (Mittwoch) sagte der CDU-Politiker, er könne nicht akzeptieren, dass Homosexualität nach katholischer Lehre Sünde sei. „Da gibt es nichts zu bereuen. Ich hab mir meine Homosexualität schließlich nicht ausgesucht. Und sie schadet auch niemandem.“ Der 37-Jährige ist seit Dezember mit seinem langjährigen Partner Daniel Funke verheiratet.

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