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Abtreibungspillen an schwangere Prostituierte verteilt

Geständnis im „Voodoo-Prozess“

Im „Voodoo-Prozess“ um Menschenhandel und Ausbeutung in Bordellen in Castrop-Rauxel und Umgebung geht es jetzt auch um illegale Schwangerschaftsabbrüche. Einer der Hauptangeklagten hat zugegeben, Abtreibungspillen an schwangere Prostituierte verteilt zu haben.

Dorsten/Selm/Castrop-Rauxel

, 20.02.2018
Abtreibungspillen an schwangere Prostituierte verteilt

Die Angeklagten im "Voodoo-Prozess" zum Prozessauftakt © Werner von Braunschweig (Archiv)

„Ich habe dem Mädchen eine Tablette und dazu zum Runterspülen zwei Flaschen Guinness-Bier gegeben“, sagte der 34-jährige Nigerianer am Dienstag vor dem Bochumer Landgericht. Die illegalen Abtreibungs-Kapseln habe er zuvor über einen Landsmann zum Stückpreis von 350 Euro bekommen.

Wie aus einem von der Polizei abgehörten Telefonat mit einem „Voodoo-Priester“ in Nigeria hervorgeht, hat der 34-Jährige insgesamt mindestens vier illegal eingereisten Prostituierten solche Abtreibungs-Tabletten verabreicht.

Schwangere zur Abtreibung gezwungen?

Im Juni 2017 war eine in seiner Wohnung untergebrachte Nigerianerin, die angeblich nach einem Kondom-Unfall im Bordell von einem Freier schwanger geworden war, von der Polizei befragt worden und hatte dabei erstmals von einer erzwungenen Abtreibung berichtet. „Ich hatte keine Wahl. Ich musste abtreiben, weil er es so wollte. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich das Kind gerne behalten“, hatte die Frau in ihrer Vernehmung zu Protokoll gegeben.

„Das ist gelogen“, behauptete der Angeklagte. Entschieden habe nicht er, sondern allein das Mädchen selbst. Ihm sei es bei der Weitergabe der Pillen letztlich stets darum gegangen, dass die illegal bei ihm lebenden Mädchen ohne Baby schneller ihren Schuldenberg (25.000 Euro Schleusergeld) abarbeiten können. Nachträglich bedeute diese Hilfe für ihn „eine Sünde vor Gott“.

Frauen eingeschleust und an Bordelle vermittelt

Im „Voodoo-Prozess“ sitzen fünf von sechs Angeklagten seit Sommer 2017 in U-Haft. Die Gruppe soll von 2015 bis 2017 mehr als zehn Frauen illegal aus Afrika eingeschleust und anschließend an zahlreiche Bordelle im Ruhrgebiet, unter anderem nach Castrop-Rauxel und Dorsten vermittelt haben.

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