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Eine Studie und ihre Grenzen

Kreis Recklinghausen steht im Städtevergleich schlecht da

401 Kreise und kreisfreie Städte gibt es in Deutschland. Und ein jeder wird sich schon mal gefragt haben: Wo lebt es sich denn wohl am besten? Zweifelsohne eine Frage, die eigentlich jeder für sich individuell beantworten muss. Nichtsdestotrotz ist dieser Thematik die Prognos AG im Auftrag des ZDF nachgegangen. Der Kreis Recklinghausen hat dabei schlecht abgeschnitten. Und damit auch Castrop-Rauxel. Doch woran soll das angeblich liegen?

Castrop-Rauxel

, 12.06.2018
Eine Studie und ihre Grenzen

Castrop-Rauxel, hier ein Blick über die Altstadt bis Rauxel, und der Kreis Recklinghausen kommen in einer vom ZDF in Auftrag gebenen Studie zur Lebensqualität im bundesdeutschen Vergleich schlecht weg. © Luftsportclub

Geht es nach den Ergebnissen der durchgeführten Studie, dann lebt es sich im Kreis Recklinghausen nicht gut. Der mit ungefähr 613.000 Einwohnern bevölkerungsreichste Kreis Deutschlands rangiert auf den letzten Plätzen des Rankings. Der vom Übergang des Ruhrgebietes in den ländlichen Raum des Münsterlandes geprägte Landkreis landete mit 129 von 300 möglichen Punkten nur auf Position 393. Das ist der achtletzte Platz. Die Nachbarstadt Dortmund landet einen Rang dahinter und die Städte Duisburg (Platz 399) und Herne (Platz 400) schneiden sogar noch schlechter ab.

Die Kategorien der Studie

In den Kategorien Arbeit und Wohnen, Gesundheit und Sicherheit sowie Freizeit und Natur wurden die Städte und Kreise bewertet. Jede dieser drei Kategorien gliedert sich in viele Unterpunkte auf. Insgesamt wurden 53 Indikatoren untersucht. Pro Kategorie waren maximal 100 Punkte möglich, also 300 in der Gesamtsumme. Die in Relation beste Kategorie des Kreises Recklinghausen ist „Freizeit und Natur“. 41 Punkte gibt es für diese. Das macht im Gesamtvergleich Rang 354. Innerhalb dieser Kategorie ragt der Bereich „Anteil der Erholungsfläche an der Gesamtfläche“ mit Rang 91 im bundesdeutschen Vergleich heraus.

Zu bedenken gibt laut der Studie der Bereich Gesundheit und Sicherheit. Für diesen gibt es zwar mehr Punkte (44) als für den Bereich Freizeit und Natur, aber im deutschlandweiten Vergleich springt nur Rang 390 heraus. Werte, die innerhalb dieser Kategorie besonders negativ auffallen, sind: Wohnungseinbrüche (Platz 391), Kinderarmut (Platz 366) sowie Stickstoffdioxid Jahresmittelwerte (Platz 354). Im Bereich Arbeiten und Wohnen bekam der Kreis Recklinghausen 44 Zähler, was Platz 376 entspricht. Glaubt man den Ergebnissen der Studie, dann lebt es sich am besten in der Stadt München (207 Punkte) und am schlechtesten in der Stadt Gelsenkirchen (109).

Ein sinnvoller Vergleich?

Bleibt die Frage, ob es sinnvoll ist, Städte und Landkreise miteinander zu vergleichen. Dass eine Groß- und Weltstadt wie zum Beispiel Hamburg deutlich mehr kulturelle Dinge zu bieten hat, als ein kleiner und ländlicher Kreis, das liegt doch auf der Hand. Deswegen muss der betreffende Landkreis aber noch lange kein schlechterer Ort zum leben sein. Auf die individuellen Bedürfnisse kommt es schließlich an. Ebenfalls kritisch beäugt werden muss die Tatsache, dass in der Studie nur Daten berücksichtig wurden, die es in allen 401 Städten und Kreisen gibt. So zählen Alleinstellungsmerkmale nicht, da es dafür keine bundesweiten Vergleichzahlen gibt. Hier stößt die statistische Auswertung also an ihre Grenzen.

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