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Jugendliche kennen Armut

HABINGHORST Verzicht auf Motorcross und Kino, schlechte Zähne, von Markenklamotten wagt man nicht einmal zu träumen. Das fiel den 15 Mädchen und Jungen, die sich in der St. Petri-Gemeinde auf die Konfirmation vorbereiten, spontan zum Stichwort Armut ein.

von Von Gabriele Regener

, 04.06.2008
Jugendliche kennen Armut

Armutskonferenz: Konfirmanden aus Habinghorst sprachen mit Politikern.

Am Dienstag haben sie dann zur „Armutskonferenz“ geladen. Gerd Hölter (CDU) und Eva Steininger-Bludau (SPD), beide stellvertretende Bürgermeister, sowie Georg Wegner von den Grünen standen Rede und Antwort. Und mussten feststellen, dass sich die jungen Interview-Partner gut vorbereitet hatten.

Busfahren zu teuer Während die Einstiegsfragen noch allgemein formuliert waren und die Politiker etwa aufforderten, ihre Vorstellung von Armut zu schildern, ging es dann bald um konkrete Anliegen. Kostenloser Schwimmbadbesuch, Fahrkartenermäßigungen für die öffentlichen Verkehrsmittel und Hilfen für die oftmals sehr teuren Anschaffungen für die Schule wie Tornister, Etui und Bücher wurden genannt. Während der Castrop-Pass schon bald das kostenlose Badevergnügen möglich machen soll, wird sich beim Busfahren so schnell nichts ändern. Die Verkehrsbetriebe rechnen noch, hieß es.

Die Stadt ist auch arm Ein Fünftel aller Familien in der Stadt sind arm, weitere 13 Prozent sind nahe davor, zitierte Eva Steininger-Bludau neue Erhebungen. Doch auch die Stadt sei arm, weil die Steuereinnahmen geringer ausfallen, ergänzte Wegener. Ein Grund, warum viele Hilfen nicht möglich seien. Thema waren auch die ungleichen Bildungschancen für Arme und Reiche. „Hier liegt der Schlüssel in der Sprache“, betonten die Politiker. Deshalb setzte die Förderung nun schon im Kindergarten an. Dass man die Zustände nicht hinnehmen, sondern nachhaken muss, das haben die Jugendlichen im Christophorus-Haus gestern bewiesen. 

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