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Musikfestival ist klein, aber fein

400 Fans bei Rock auf der Tenne

Bei Besuchern, Musikern und Veranstaltern des Festivals Rock auf der Tenne herrschte am Samstagabend beste Laune. Zu einer Panne kam es beim Auftritt der Band „Sky of Colours“.

Becklem

, 11.06.2018
Musikfestival ist klein, aber fein

Sängerin Lisa, auch bekannt unter ihrem Künstlernamen Lilli Fuchs, gibt der Band Sky of Colours ihre Stimme. © Christian Püls

Mit vier Musikformationen und einem stimmungsvoll illuminierten Hof hatte Rock auf der Tenne einiges zu bieten. Rund 400 Besucher, so die erste Schätzung der Veranstalter, fanden sich bei bestem Wetter zum kleinen Festival zwischen Feldern und Wiesen ein.

Nach Lokalmatador Andre Seil gehörte die Bühne der Band 12° Ost. Gefühlvolle Eigenkompositionen in deutscher Sprache sind ihr Aushängeschild. Dazu gab es ein paar Cover-Songs. Speziell für die Veranstalter spielte das Sextett Purple Rain von Prince. 12° Ost arbeiten derzeit am ersten Album.

Sky of Colours sind indes bereits auf mehreren Streaming-Portalen vertreten. Auf der Tenne bretterte die Band mit ihrem Song „Heart of a storm“ gleich richtig los. Die prägnante Stimme von Sängerin Lisa Honermann, auch bekannt unter ihrem Künstlernamen Lilli Fuchs, schwebte über den harten Gitarrenklängen. Der Postrock-Irgendwas-Sound klingt mal fast wütend, mal eher melancholisch.

Die fünfköpfige Combo präsentierte ein elektrisierendes Set. So elektrisierend, dass ihnen plötzlich der Saft ausging. Den Stromausfall auf der Bühne überspielte Drummer Sven, der so zu einem unverhofften wie ausgedehnten Schlagzeugsolo kam. Dabei wurde er von einer kleinen Zuschauer-Gruppe um einen seiner ehemaligen musikalischen Weggefährten kräftig gefeiert.

Stephan Breuckmann und Antonia Richter aus Horneburg waren zum ersten Mal beim Rock auf der Tenne. „Wir kennen das eigentlich schon lange, aber sind nie hingegangen. Mit Lisa (Sängerin von Sky of Colours; Anm.d.Red.) haben wir zusammen studiert. Daher wollten wir diesmal unbedingt hier hin“, erzählen die beiden, „das ist mega-cool hier, wir kommen auf jeden Fall wieder.“

Elias, Oliver Jan und Lisa-Marie kamen aus Recklinghausen. „Es ist wirklich nett und mit dem Fahrrad waren es nur sechs Minuten bis hierher“, sagte Lisa-Marie. „Ein wenig mehr Auswahl beim Hochprozentigen wäre im nächsten Jahr nett“, so Elias. Susan Brenner und Claudio Sagliano waren ebenfalls zum ersten Mal beim Rock auf der Tenne. „Das macht richtig Spaß hier, junge Bands zu hören“, so Claudio Sagliano. „Die Atmosphäre ist klasse, alles ist richtig gut durchdacht“, sagte Susan Brenner, „10 Euro Eintritt sind völlig okay.“

Unter den Becklemer Besuchern war auch Josef Berkel. „Es ist toll, das hier in der Nachbarschaft zu haben“ so der CDU-Ratsherr, „ist ja klar, dass ich hier hin komme.“

Glamrocker als Höhepunkt

Höhepunkt des Abends waren die Glamrocker von Honeybadger. Sie machten in der Scheune kurzen Prozess. Keinesfalls von der Spieldauer her, aber mit You give Love a bad Name (Bon Jovi), We’re not gonna take it (Twisted Sister) und Detroit Rock City (Kiss) gleich zum Auftakt sorgten sie für große Begeisterung. Auch bei einer Gruppe junger Damen vor der Bühne, die wohl noch nicht mal geboren waren, als diese Songs zu Hits wurden.

Bis weit nach Mitternacht wurde die Tenne gerockt. Kurz vor drei Uhr erklang dann in Form eines Gewitters ein natürlicher Rausschmeißer.

Für die Veranstalter Frank Buchhold, Ulrich Thomalla, Andreas Dietz und Hubert Kampert war das Fest damit noch nicht zu Ende. Das Abbauen stand ab Sonntag an. Rund eine Woche Zeit investieren sie in das kleine Festival. „Geld verdienen kann man damit nicht, da müsste man schon ein richtig großes Zelt aufstellen und viel mehr Leute hier her holen, aber dann wäre dieses tolle Ambiente der Veranstaltung weg“, erklärte Frank Buchhold beim Aufbauen am Freitagabend. „Freitagabend ist sozusagen unser Fest“, so Ulrich Thomalla, „während der Veranstaltung sind wir viel zu beschäftigt.“

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