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Mutprobe hätte beinahe das Leben gekostet

CASTROP-RAUXEL Das war knapp: Fünf Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren waren am Samstagnachmittag in einem Papiercontainer eingeschlossen, während vor der Tür Papier- und Pappreste in Brand gesetzt wurden. Passanten hörten zum Glück die Hilfeschreie, befreiten die Kinder und alarmierten die Feuerwehr. Was zunächst wie ein Mordversuch aussah, entpuppte sich später als misslungene Mutprobe.

von Von Petra Berkenbusch-Aust

, 24.02.2008
Mutprobe hätte beinahe das Leben gekostet

In diesem Container waren die Jugendlichen eingeschlossen.

Wie die Polizei Recklinghausen und die Staatsanwaltschaft Dortmund in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, kam es am Samstag gegen 16.45 Uhr auf dem Gelände einer Merklinder Firma zu einem Brand an einem dort stehenden Papiercontainer. Die fünf Jugendlichen hatten sich zuvor Zugang zum Inneren des Containers verschafft. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde der Container dann von außen verriegelt, bevor draußen das Feuer gelegt wurde.

Passanten hörten Hilferufe

Zufällig vorbei kommende Passanten hörten die Hilfeschreie der eingeschlossenen Jugendlichen, alarmierten die Feuerwehr und befreiten die Jugendlichen aus dem Container. Das Feuer war zwar noch nicht ins Innere des Containers eingedrungen, die Eingeschlossenen hatten aber schon Rauchgas eingeatmet. Sie trugen leichte Rauchgasvergiftungen davon und wurden ins Krankenhaus gebracht, wo sie bis auf weiteres zur Beobachtung bleiben mussten. 

Mutprobe

Die Staatsanwaltschaft in Dortmund übernahm die Ermittlungen und es wurde eine Mordkommission mit Sitz in Castrop-Rauxel eingerichtet. Durch erste Befragungen im Krankenhaus stellte sich jedoch heraus, dass die Geschädigten selbst am Entstehen des Feuers beteiligt waren. Demnach hatte man sich zuvor in einer neunköpfigen Gruppe am Container getroffen. Dann sei man auf die Idee gekommen, sich wechselseitig als Mutprobe im Container einzuschließen und dabei außen befindliches Papier anzustecken. Als das Feuer außer Kontrolle geriet, hätten sich die übrigen Jugendlichen zunächst vom Brandort entfernt, kehrten aber wieder zurück, bevor die Feuerwehr den Brand löschen konnte. Die Geschädigten hatten der Polizei gegenüber zunächst angegeben, dass unbekannte Jugendliche den Brand gelegt hätten.