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Pfarrer Norbert Keller rettete das Erin-Denkmal

Bergbau-Serie

Ein Denkmal auf dem katholischen Friedhof an der Wittener Straße erinnert an die Bergleute unserer Stadt, die im ersten Weltkrieg ihr Leben verloren. Ein Pfarrer hat es damals gerettet. Soviel weiß man. Viele weitere Fragen bleiben allerdings offen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabriele Regener

, 02.08.2012
Pfarrer Norbert Keller rettete das Erin-Denkmal

Das Denkmal für gefallene Bergleute im 1. Weltkrieg stand in der Lohnhalle der Zeche Erin. Nun steht es auf dem katholischen Friedhof Merklinde an der Kapelle.

„Den im Weltkriege 1914 – 18 von der Belegschaft unserer Schachtanlage Erin für ihr Vaterland Gefallenen zu ehrendem Gedenken – die Gelsenkirchener Bergwerks Aktien-Gesellschaft“. So steht es auf dem Denkmal, das an rund 150 Männer erinnert. Bergleute unserer Stadt, die im ersten Weltkrieg ihr Leben verloren. Aus braunem Stein gebrannt, steht das große Mahnmal an der rechten Außenwand der Kapelle auf dem katholischen Friedhof an der Wittener Straße.

 „Doch da steht es erst seit knapp 30 Jahren“, erzählt Theo Schrader vom Kirchenvorstand der St.-Lambertus-Gemeinde. Das Denkmal wurde sozusagen „gerettet“, und zwar von Pastor Norbert Keller, der die Gedenktafel in die Obhut der Kirche nahm. „Sicher, weil es hier auch einen Soldatenfriedhof gibt und der Bezug da ist“, vermutet Theo Schrader.  Denn der ursprüngliche Standort war die Lohnhalle der Zeche Erin, wie ein Archivfoto belegt. Nach Schließung der Zeche wurde das Gebäude abgerissen. Und dieses Schicksal hätte auch das Denkmal ereilt, wäre nicht Pastor Keller gewesen.

Dennoch wirft das Denkmal für die gefallenen Bergmänner viele Fragen auf. So würde Theo Schrader gern wissen, welcher Künstler das Werk seinerzeit geschaffen hat, aus wessen Veranlassung es in Auftrag gegeben wurde. Das imposante Relief entspricht ganz dem Stil der damaligen Zeit, wirkt mit dem Fries, das verschiedene Personen in verschiedenen Szenen zeigt, so ein Reiter und eine Mutter mit zwei Kindern, heroisch.  Der Kirchenvorstand um Theo Schrader würde sich freuen, mehr zu diesem Denkmal zu erfahren und setzt vor allem auf ältere Mitbürger, die sich noch an die Zeit erinnern, als auf Erin Kohle gefördert wurde und die Gedenktafel an die gefallenen Bergleute, die allesamt namentlich aufgeführt sind, regelmäßig in der Lohnhalle gesehen haben.

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