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Ein Sternekoch hautnah

Stefan Marquard zu Gast am Berufskolleg Castrop-Rauxel

Der auch aus dem Fernsehen bekannte Sternekoch Stefan Marquard (53) war zu Gast am Berufskolleg Castrop-Rauxel (BKCR). Dass dabei das Kochen im Mittelpunkt stand, überrascht nicht. Wohl aber der Grund, der hinter diesem Kochbesuch steckte. Denn dieser stand ganz im Zeichen der Prävention. Und dass es während Marquards Besuch zu mächtig Hektik in der Küche kam, hatte seine ganz speziellen Ursachen.

Habinghorst

, 15.05.2018
Ein Sternekoch hautnah

Sternekoch Stefan Marquard (2. v. r.) und Projektmanager Stefan Lembert (3. v. l.) begutachten mit Interesse das Voranschreiten der Arbeiten. © Meyer

Es herrscht reges Treiben in der Küche des BKCR. Es wird geschnitten, geknetet, gemixt und gerührt. „Denkt daran, in einer Stunde müsst ihr fertig sein“, ruft Stefan Marquard einmal quer durch die Küche, „Ihr müsst euch also sputen.“ Aus Spaß scheucht der Sternekoch seine Crew, eine Klasse angehender staatlich geprüfter Servicekräfte, nicht durch die Kochstube. „Heute müssen 150 Portionen Essen um 11.30 Uhr fertig sein“, erklärt Stefan Lembert. Er ist Projektmanager des Präventionsprojektes „Sterneküche mach Schule“, das in enger Zusammenarbeit mit der Knappschaft-Krankenkassen in diesem Jahr an 20 neuen Standorten das Schulessen nachhaltig verbessern möchte.

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In den vergangenen zwei Jahren waren Marquard und seine Helfer bereits an 35 weiteren Schulen bundesweit zu Gast. Die Teilnahme für die Schulen ist kostenlos. Die Finanzierung übernimmt die Knappschaft.„Es geht darum, die Schülerinnen und Schüler für gesünderes Essen zu sensibilisieren. Und zu zeigen, dass die Schulverpflegung genau das bieten kann, ohne dass dabei mehr Kosten entstehen“, erläutert Sandra Piehl, Pressesprecherin der Knappschaft.

Dass beim Kochen viele Dinge berücksichtigt werden müssen, das lernen die Schüler des BKCR heute eindrucksvoll. „Süß, sauer, salzig - die drei „S“ machen es“, erklärt Stefan Marquard. Er ist so etwas wie ein Dirigent. Er eilt von Station zu Station, gibt Anweisungen und Tipps und schmeckt ab. „Ein bisschen Salz noch“, sagt er den zwei Schülerinnen, die für den Gurken-Paprikasalat zuständig sind. Aber wann ein Gericht fertig ist, das überlässt der Sternekoch seinen gelehrigen Schülern. „Sagt mir einfach Bescheid, wenn ihr meint, dass es geil schmeckt“, sagt er, während er kräftig den Kräuterreis durchmengt.

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Dass das Projekt für jede besuchte Schule ein langfristiges ist, zeigt sich an mehreren Aspekten. So endet die Hilfe für die Verbesserung der Schulverpflegung nicht nach dem einmaligen Besuch. „Es gibt Nachschulungen und Stefan steht für Rückfragen jederzeit parat. Er macht das eben mit Leib und Seele“, berichtet Sandra Piehl. Außerdem gebe es noch ein direkt an die Küchenarbeit angeschlossenes Seminar. „Zur Vertiefung und für den Austausch“, so Piehl. Unruhig wird es in der Küche, als Stefan Marquard ruft: „So, in fünf Minuten bringen wir alles rüber.“ Hintergrund: Die Küche des BKCR ist getrennt von der Kantine im Erdgeschoss. Das Essen muss also immer in Behältern hingebracht werden. In der Kantine selbst hat bereits eine weitere Gruppe Schüler alles Notwendige vorbereitet.

Je näher die Essenausgabe rückt, desto hektischer wird es in der Kantine. „Ich brauche noch mehr Salatschüsseln“, ist im Stimmenwirrwarr zu hören. Stefan Marquard ist hingegen die Ruhe selbst. Er hilft dort, wo seine Hilfe benötigt wird. „Insgesamt ist das heute super gelaufen. Es hat Spaß gemacht“, so Marquard im Nachgang. Schulleiter Fred Nierhauve schlägt in dieselbe Kerbe: „Das Ganze ist super angekommen. Eine tolle Sache.“ Schülerin Johanna Hoffmann, die mit zuständig für den Salat war, sagt: „Das war schon klasse, von einem Profi wie Stefan mal Tipps zu bekommen. Das vergisst man einfach nicht.“

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