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„Club“ bejubelt „neues Lebensgefühl“ - Köllner mit Zweifeln

Nürnberg. Party-Rausch in Franken! Der 1. FC Nürnberg kostet seinen achten Aufstieg in die Bundesliga voll aus. Ein Rezept für eine erfolgreiche nächste Saison hat der Verein schon. Erfolgscoach Michael Köllner irritiert mit Aussagen zu seiner Zukunft.

„Club“ bejubelt „neues Lebensgefühl“ - Köllner mit Zweifeln

Nürnbergs Hanno Behrens hat sein Team als Kapitän zurück in die Bundesliga geführt. Foto: Axel Heimken

In einer Szene-Bar im Herzen der Stadt machten die Nürnberger Rekordaufsteiger die Nacht zum Tag. Berauscht von ihrer achten Rückkehr in die Bundesliga tranken, tanzten und sangen sich die fränkischen Fußball-Helden die vier bleiernen Jahre in der Zweitklassigkeit aus den Gliedern.

Ein Meer aus tausenden „Club“-Fans hatte Erfolgstrainer Michael Köllner und seine Mannschaft noch in der Nacht zum Montag am Vereinsgelände euphorisch empfangen. „Das Wichtigste war, dass wir den Leuten etwas zurückgeben konnten, dass wir für Nürnberg und Franken ein neues Lebensgefühl vermittelt haben“, sagte der ausgelassene Köllner, nachdem die feucht-fröhliche Busfahrt am Valznerweiher geendet hatte.

Seine Mannschaft habe sich sogar „ein Stück weit unsterblich“ gemacht. „Weltklasse, es gibt kein besseres Gefühl“, meinte Kapitän Hanno Behrens, der mit einem Schal um die Stirn und dem Aufstiegs-T-Shirt mit der Aufschrift „Oohhh... der FCN steigt wieder auf“ den Party-Einheizer gab.

Oha, dürfte hingegen die Reaktion zu Köllners jüngsten Aussagen gelautet haben. Denn der 48-Jährige äußerte im TV-Sender Sky mitten in der Feierstimmung Zweifel an seiner Zukunft als „Club“-Coach. Köllner versicherte zwar, dass man „mit Vollgas in die Bundesliga reingeht, und da werde ich ganz vorne stehen“. Allerdings würden ihm einige mit dem anspruchsvollen „Club“-Umfeld vertraute Freunde schon jetzt raten, aufzuhören. „Weil die werden dich irgendwann schneller vom Hof jagen, als dir lieb ist. Sich wegjagen zu lassen, das ist eine unschöne Erfahrung, die ich auf keinen Fall machen will.“

Manager Andreas Bornemann wollte die brisanten Aussagen als Warnung vor einer überzogenen Erwartungshaltung im FCN-Umfeld verstanden wissen. Er ist überzeugt, dass Köllner „die Herausforderung Bundesliga annehmen wird, weil es auch ein Stück weit sein Werk“ ist. „Michael muss sich keine Gedanken machen, er wird hier nicht vom Hof gejagt. Wir kennen es aber, dass manchmal in einem hochemotionalen Umfeld Dynamiken aufkommen, die du nur schwer steuern kannst.“

Der „Club“ ist jedenfalls wieder zurück - und wie! Köllner hat in seiner ersten kompletten Saison als Chef am Spielfeldrand ein Team mit Zukunft und positiven Attributen geformt: flexibel, offensiv und einsatzfreudig. Der zweitbeste Sturm der 2. Bundesliga will nach dem 2:0 am Sonntag beim SV Sandhausen nun auch als Meister aufsteigen. „Die Schale am Ende in der Hand zu halten, wäre ein schöner Bonus. Dafür werden wir nochmal Gas geben“, versicherte Mittelfeldspieler Behrens, der in dieser starken FCN-Saison mit 14 Toren herausragte.

Selbst wenn die Party-Prognosen zwischen einigen Tagen (Behrens) und sogar zwei Wochen (Tobias Werner) variierten - die Planungen für die nächste Saison im Oberhaus laufen längst.

„Wenn wir eine Chance haben wollen, den einen oder anderen Punkt zu ergattern, dann müssen wir das wieder über eine gute geschlossene Mannschaftsleistung machen, über einen stabilen Kern“, erzählte Manager Bornemann. „Das hat die Mannschaft über die gesamte Saison getragen. Deshalb wollen wir den Kern zusammenhalten.“

Der Kern besteht unter anderem aus Abwehrchef Ewerton, Behrens und Top-Stürmer Mikael Ishak. Mittelfeldspieler Kevin Möhwald wird den FCN hingegen nach drei Jahren verlassen. „Er hat einen super Job gemacht. Wir gönnen ihm den nächsten Schritt“, sagte Bornemann über den 24-Jährigen, der wohl zu Werder Bremen wechselt.

Der „Club“ hat jetzt Planungssicherheit. Das erleichtert die Abschlüsse und Verhandlungen mit potenziellen Zugängen. Allerdings hat der Verein nur begrenzten finanziellen Spielraum und muss bei seinen Zugängen ein glückliches Händchen haben. „Wir wollen uns punktuell verstärken und werden das auch müssen. Trotzdem wollen wir den Teamgedanken erhalten, so dass die Mannschaft keinen Schaden nimmt“, erklärte Bornemann. Eines ist dem 46-Jährigen aber auch klar: „Wir werden ganz klein sein und werden uns strecken müssen.“

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