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Das Gold des Himalaya

Berlin. Naturschutzgebiete liegen selten in der Nachbarschaft der großen Metropolen. Das macht einen Besuch umso faszinierender. Eine TV-Dokumentation aus dem Himalaya erzählt darüber.

Das Gold des Himalaya

Asiens schönste Nationalparks - Zu Besuch im Baima-Reservat in Yunnan. Foto: He Jinghua

In der südwestlichen chinesischen Provinz Yunnan, an der Grenze zu Tibet, liegt in über 3000 Meter Höhe das Baima-Naturreservat, das 1983 eingerichtet wurde.

Im dortigen Schneegebirge hat der Frühling erst im April begonnen, aber das war hierzulande kaum anders. Allerdings ist der Sommer dort im Juli schon vorbei. Wie Menschen, Tiere und Pflanzen in dieser unwirtlichen Natur zurecht kommen, davon berichtet die letzte Folge der Dokumentationsreihe „Geheimnisse Asiens - Die schönsten Nationalparks“, die an diesem Freitag (18.35 Uhr) auf Arte zu sehen ist.

„Das Gold des Himalaya“ nennt Autor Jörg Daniel Hissen („Traumrouten der USA“) seinen Beitrag, der ein für die Bewohner geradezu archaisches Leben voller Entbehrungen zeigt. Mit dem Filmtitel sind seltene Pilze mit sagenumwobener Heilkraft gemeint: Der winzige Raupenpilz namens Cordyceps wiegt nur etwa ein Gramm, soll gegen Krebs helfen sowie eine kräftigende und aphrodisierende Wirkung haben.

Ein Kilogramm davon bringt auf dem Weltmarkt etwa 20 000 Dollar ein. Er wird die „Wurzel des Lebens“ genannt und wächst nur in sehr großer Höhe, wo die Pilzesammler täglich stundenlang um die 20 Kilometer wandern müssen, um etwa 10 bis 20 dieser begehrten Pilze zu finden. Das gleicht der Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen.

Ähnliches gilt für den seltenen Schwarzen Stumpfnasenaffen, die einzige Affenart auf der Erde, die sich an das Leben in so großer Höhe angepasst und große Angst vor den Menschen hat. Es gibt nur ganz wenige Aufnahmen von ihnen, und die stark gefährdete Tierart wird von Wildhütern beschützt, die regelmässig die Population kontrollieren. Obwohl männliche Tiere mehrere Partnerinnen haben, gibt es nach Schätzungen nur noch ein paar hundert Exemplare.

Vorgestellt werden in dieser ebenso sehenswerten wie informativen Reportage auch ein junger Wildhüter und ein Bauer, der die Delikatesse Schwarzkopfmorcheln anbaut. Sie leben allesamt ganz bescheiden und kommen bei den Mahlzeiten ohne einen Esstisch aus. In solcher Höhe braucht der Mensch viel Energie, und da hilft die von Hand geschleuderte Milch der Yak-Rinder. Jedes Jahr treiben die Bauern ihre Herden auf die hochgelegenen Sommerweiden, wo sie viele Blüten fressen und gute Butter produzieren. Vor allem für die Jungtiere ist der über achtstündige Treck kräftezehrend und gefährlich - da muss ein Kalb schon mal getragen werden.

Jörg Daniel Hissen begleitet in seinem Film auch junge Mönche, die im chinesischen Kloster Dongzhulin die tibetische Sprache und die Kunst des Debattierens lernen, was durchaus fünf Jahre dauern kann. Viele der Mönche engagieren sich für den Tierschutz und suchen im Naturreservat nach Tierdrahtfallen, die von Wilderern ausgelegt werden und auch die Stumpfnasenaffen bedrohen. In den Bergdörfern Yunnans gibt es eine weitere Herausforderung: zu wenige Nachkommen. Vielleicht auch deshalb heiratet eine Frau nach alter tibetischer Tradition die Brüder ihres Mannes meistens gleich mit.

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