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Der Abbruch des früheren Kraftwerks Knepper hat begonnen. Konzepte, was danach auf dem Gelände Platz finden soll, stehen bereits.

Dortmund/Castrop-Rauxel

, 11.07.2018

Vor rund zwei Wochen hat die Gütersloher Unternehmensgruppe Hagedorn, neuer Eigentümer der 2014 stillgelegten Kraftwerksfläche, der Stadtverwaltung ein Konzept für die künftige Nutzung vorgestellt. Im Kern soll das 56 Hektar (gut 78 Fußballfelder) große Areal, das zur Hälfte in Dortmund-Oestrich und dem Castrop-Rauxeler Ortsteil Dingen liegt, ähnlich wie die Westfalenhütte entwickelt werden: Logistik-Betriebe mit Hallen und Verwaltungsgebäuden sollen dort ihren Sitz finden. So, wie es Teile der Politik und der Anwohner bereits vor Monaten vorausgesagt hatten.

Logistik und anderes Gewerbe auf Knepper-Fläche

Die Stadt bestätigt das auf Anfrage: Im Kernbereich sei ein Logistikgebiet vorgesehen, das um „ortsbezogenes Gewerbe“ ergänzt werden solle. Es handele sich um ein „erstes Planlayout als Diskussionsgrundlage“, das nun auf seine Machbarkeit geprüft werden müsse.

Die Firma Hagedorn, die das Gelände im Oktober 2017 von Uniper SE gekauft hatte, will die Fläche baureif machen und sie danach auf einen Schlag an einen Projektentwickler weiterreichen, wie Rick Mädel, Projektsteuerer und Geschäftsführer von Hagedorn Revital, auf Anfrage erklärte. „Wir führen dazu Gespräche mit mehreren Interessenten“, sagt Mädel. Welche Logistik-Betriebe sich konkret auf Knepper ansiedeln, dazu gibt es noch keine Angaben. „Die künftigen Nutzer bringt der Projektentwickler mit“, sagt Mädel.

Aufbereiten des Geländes

2020 wollen die Gütersloher mit Knepper fertig sein, sämtliche Alt-Anlagen abgerissen und den verschmutzten Boden für die Neuverwertung aufbereitet haben. Bis dahin soll auch der Bebaungsplan stehen, an dem die Nachbarn Dortmund und Castrop-Rauxel gemeinsam arbeiten. „Ich hoffe, das notwendige Bebaungsplanverfahren kann im September auf den Weg gebracht werden“, sagt Mädel.

Der Abriss des Kraftwerks zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel hat begonnen

Block C des Kraftwerks wird zuerst abgerissen. © Foto: Oskar Neubauer, Quelle Hagedorn

Seit zwei Monaten ist Hagedorn dabei, die Anlagen zu entkernen. Mit dem eigentlichen Abbruch soll es Mitte Juli auf Castroper Stadtgebiet losgehen. Als erstes kommt Block C unter den Bagger. „Die Abbruchgenehmigungen aus Castrop liegen vor“, sagt Mädel.

Sobald die entsprechende Erlaubnis der Stadt Dortmund vorliegt, will die Hagedorn-Gruppe mit der Demontage auf Dortmunder Seite beginnen: Der Anfang soll mit dem Abbruch der Gipshalle, des Umspannwerks und mit dem Rückbau des Klärbeckens gemacht werden. (Siehe „Bauliche Anlagen“ in der Grafik). „Wir erwarten die Genehmigung täglich“, sagt Mädel. Die Abrissarbeiten sollen an den Anlagen möglichst parallel laufen – die Hagedorn-Gruppe will keine Zeit verlieren.

Der Abriss des Kraftwerks zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel hat begonnen

Hagedorn reißt das Kraftwerk Gustav Knepper ab. In der zweiten Juli-Woche knabberte bereits ein riesiger Bagger an einem der großen Gebäude des einstigen Kohlekraftwerks. © Tobias Weckenbrock

Sprengung der Betontürme

Auch der 210 Meter hohe Schornstein und der 128 Meter hohe Kühlturm, beide auf Castroper Stadtgebiet, sollen noch in diesem Jahr fallen. Wann genau, ist offen: Weil sie gesprengt werden, bedarf es einer Extra-Genehmigung, die zurzeit noch nicht vorliegt. Die Erschließung soll über die Straßen Langenacker sowie über die frühere Werksstraße erfolgen, die ausgebaut werden muss. Zum möglichen Verkehrsaufkommen gab es noch keine Auskunft.