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16 Übergriffe des Wolfes sind verbrieft in der Schafshochburg Kreis Wesel

Wolfsgebiet Schermbeck

16-mal hat der Wolf von Schermbeck nachweislich zugeschlagen: Diese Zahl nannte der Fachgebietsleiter für Arten- und Naturschutz des LANUV im Umweltausschuss des Kreises.

Schermbeck

02.12.2018
16 Übergriffe des Wolfes sind verbrieft in der Schafshochburg Kreis Wesel

Der Wolf war im Umweltausschuss des Kreises Wesel ein Thema. © dpa

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MULNV) hat am 1. Oktober 2018 das „Wolfsgebiet Schermbeck“ ausgerufen.

Dr. Matthias Kaiser, Fachgebietsleiter Artenschutz beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), erläuterte für die Mitglieder des Kreisumweltausschusses das Wolfsmonitoring und gab eine chronologische Übersicht über alle aktuellen Wolfsnachweise im Wolfsgebiet. „Bisher gab es in 2018 16 bestätigte Übergriffe im Wolfsgebiet. Zwei weitere Fälle sind zur Zeit noch in Bearbeitung“, so Kaiser. Der aktuelle Stand kann über das Portal www.wolf.nrw.de abgerufen werden.

10.000 Schafe weiden im Kreis Wesel

Ein weiterer Gast zum Thema Wolf war Wiebke Mohrmann, Schafsberaterin der Landwirtschaftskammer NRW. Sie führte aus: „NRW-weit gibt es insgesamt etwa 40.000 Schafe. Davon werden im Kreis Wesel knapp 10.000 Schafe gehalten, zu denen noch 850 Ziegen kommen. Damit ist hier ein Hotspot der Schafhaltung in NRW.“ Mohrmann stellte wolfsabweisende Herdenschutzmaßnahmen vor. „Das Problem sind in erster Linie nicht der Wolf und die Kosten für die Anschaffung des Herdenschutzes“, so Mohrmann. „Es sind die zusätzliche Arbeit und die Nachweispflicht bei durch den Wolf verursachten Tierausbrüchen, die die Schafhalter mürbe machen.“

LANUV ist jederzeit zum Thema Wolf ansprechbar

Arnd Cappell-Höpken (CDU) dankte für die Vorträge und hob hervor: „Es ist eine wichtige Aussage, dass das LANUV beim Thema Wolf rund um die Uhr erreichbar ist.“ Rainer Gardemann (CDU) fügte hinzu: „Die Angst der Bevölkerung nimmt mit zunehmender Nähe zu.“

Vorstandsmitglied Helmut Czichy informierte den Ausschuss über die vom Kreis Wesel eingerichtete AG „Wolfsgebiet Schermbeck“. Mit Erlass vom 11. Oktober hatte das Ministerium den Kreis gebeten, die Moderation und Koordination der AG „Wolfsgebiet Schermbeck“ zu übernehmen.

Arbeitskreis ist sehr um Sachlichkeit bemüht

Zu der konstituierenden Sitzung im Kreishaus Wesel waren rund 40 Vertreter, unter anderem des Ministeriums, des zuständigen Landesamtes, der betroffenen Kreise, Städte und Gemeinden sowie von Tierzucht- und Landwirtschaftsverbänden, Naturschutzorganisationen und Jägerschaft eingeladen. Czichy betonte: „Die Mitglieder der AG sind sehr um Sachlichkeit bemüht. Allen Beteiligten ist klar, dass die Schafhaltung wichtig für die Landschaftspflege, die Biodiversität und den Hochwasserschutz im Kreis Wesel ist. Andererseits wird auch akzeptiert, dass wir mit dem Wolf leben müssen.“

Förderhöhen auf 100 Prozent anheben

In der abschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die insbesondere von den Schafhaltern vorgetragenen Forderungen auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und Inhalte der aktuell gültigen Förderrichtlinien Wolf abzielen. So sollen z.B. die Förderhöhen für die Herdenschutzmaßnahmen von 80 auf 100 Prozent angehoben und auch der zusätzliche Arbeitsaufwand als förderfähig anerkannt werden. Der Ausschuss unterstützte diese Forderungen.

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