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Abiturienten unter Zugzwang

DORSTEN Wer will seine Matheklausur nachschreiben? Petrinum-Leiter Wolfgang Gorniak stellte seinen Abiturienten am frühen Dienstagmorgen die folgenschwere Frage.

von Von Rüdiger Eggert

, 10.06.2008
Abiturienten unter Zugzwang

Petrinumleiter Wolfgang Gorniak erläuterte seinen Abiturienten die komplizierten Einzelheiten der zweiten Runde der Mathe-Klausur.

 „Herr Gorniak für dich.“ Von seinem Bruder Jonas bekommt Abiturient Magnus das Telefon überreicht. Mit erstauntem Gesicht, leicht blass, nimmt er das Gespräch entgegen. Doch Entwarnung, nichts Schlimmes. Viele Telefongespräche führte Petrinum-Schulleiter Wolfgang Gorniak an diesem Montag Nachmittag. Alle Abiturienten der Mathematikkurse mussten informiert werden. Die Meldung des Schulministeriums war erst einige Stunden alt: Wer will, darf seine Matheklausur noch mal schreiben! Deshalb fand gestern Morgen  in der Aula des Gymnasium Petrinum eine Gesprächsrunde statt. Schon vor Beginn der Informationsstunde gab es viele Diskussionen auf dem Schulhof. „Soll ich oder soll ich nicht?“ So ist eine Schülerin mit elf Punkten (Note: 2) vorzensiert, Ergebnis der schriftlichen Prüfung: 1 Punkt  (5-). „Ich schreibe auf jeden Fall noch einmal“, eine klare Antwort. Bei einer anderen Schülerin sieht es anders aus, Vornote zwölf Punkte (2+), Ergebnis sechs Punkte (4+). „Ich überlege noch.“ Überlegen kann man noch bis Freitag, 12 Uhr. Es wird alles sehr eng. „Wenn ihr schreiben wollt, dann am nächsten Dienstag“, so Wolfgang Gorniak in der Aula. Zusammen mit Mathematiklehrerin Maren Klaeßen informieren sie die Schüler. Der Schulleiter, sichtlich sauer auf das Chaos aus Düsseldorf, erklärt den Abiturienten das komplizierte Verfahren.

Absoluter Stress für alle Beteiligten

Entscheiden bis Freitag, 12 Uhr, am gleichen Nachmittag die Schüler dem Ministerium melden. Dienstag: schriftliche Arbeit. Absoluter Stress für die Lehrer. „Eine Korrektur unter zwei Stunden pro Arbeit ist nicht möglich“, so Gorniak. Donnerstag: Arbeiten zur Stützpunktschule geben, Gegenkorrektur. Weiter mit der Abweichprüfung, falls nötig, Abitur neu berechnen. Jetzt wird einigen Schülern klar, dies ist bis zur Abiturfeier am 20. Juni nicht möglich. „Dann gibt es vorläufige Zeugnisse, mit denen man sich nicht bewerben kann“, erklärt Gorniak. Die letzte Formalität des Morgens: jeder Schüler unterschreibt eine Erklärung, ob er die Prüfung wiederholen will oder nicht. Abiturienten, die noch unschlüssig sind, haben Bedenkzeit bis Freitag.   » www.schulministerium.nrw.de

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