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Als schwarzer Mann Wut abreagiert

Tod der Mutter warf 21-Jährigen aus Bahn

24.05.2007

Dorsten Ein Angeklagter, wie er im Bilderbuch steht: So präsentierte sich gestern ein 21-Jähriger dem Jugendschöffengericht. Voll geständig, demütig, bereit ein hohes Strafmaß auf sich zu nehmen, um seine Taten zu sühnen. Vor einem Jahr war er indes der reinste Bürgerschreck. Von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet, mit leichenhaft blassem Gesicht und tiefschwarz gefärbten Haaren, zog er nächtens mit einer Axt bewaffnet durch die Stadt, um seine «angestaute Wut» abzureagieren. Vornehmlich kühlte er sein Mütchen an PKW, zerkratzte in acht Fällen den Lack, versuchte oder schaffte es 24 Mal, mit Hilfe einer Zwille und Murmeln die Fensterscheiben zu zertrümmern. Dabei richtete er immensen Schaden an. «Da kann man ja froh sein, dass Ihnen nachts niemand begegnet ist. Sonst säßen Sie nicht hier, sondern vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts Essen», kommentierte Richterin Lisa Hinkers gestern trocken den unglaublichen Ausraster des 21-Jährigen. Er gab an, aus Trauer und Wut über den frühen Tod seiner Mutter so gehandelt zu haben. So schmiss er seine Lehre, hatte «ständig Stress zu Hause». Seinen Aggressionen ließ er deshalb bei seinen Streifzügen durch die Stadt freien Lauf. Bis ihn die Polizei eines Tages schnappte: «Ich wusste, dass ich Schlimmes angerichtet habe», gab der Angeklagte zu. Im Bewusstsein seiner Schuld begab er sich nach seiner Festnahme unverzüglich in die Hände eines Therapeuten. Der stellte eine Depression fest. Mittlerweile gilt der junge Mann als geheilt - wenig wahrscheinlich ist wohl auch, dass er erneut derart austickt. Gleichwohl musste für den nicht Vorbestraften das richtige Strafmaß gefunden werdne. Für das Jugendschöffengericht war es keine Frage, dass die Bestrafung empfindlich ausfallen musste. Das Urteil lautete folgerichtig auf acht Monate, zu zwei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. eng

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