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Ausstellung zeigt, wie Demokratie in Deutschland funktioniert

Wanderausstellung

Der Bundestag ist in dieser Woche zu Gast im Schermbecker Rathaus. Allerdings nur als Wanderausstellung. Vor allem Gesamtschüler sollen davon profitieren.

Schermbeck

, 04.12.2018
Ausstellung zeigt, wie Demokratie in Deutschland funktioniert

Zur Eröffnung begrüßte Bürgermeister Mike Rexforth (r.) den Bundestagsabgeordneten Bernd Reuther (2.v.l.) und von der Gesamtschule Schermbeck Sabina Wichmann-Lange (M.), Julius Göttsching (r.) und Schulleiter Norbert Hohmann (2.v.r.). © Berthold Fehmer

Zehn dieser Wanderausstellungen gibt es, weiß Dieter Titze. Der Öffentlichkeitsreferent des Bundestags war schon für seinen jetzigen Arbeitgeber tätig, als der Bundestag noch in Bonn residierte. Jeder Bundestagsabgeordnete kann die Ausstellung für seinen Wahlkreis anfordern, wobei die Idee dahinter ist, dass die Wanderausstellung in einer Legislatur-Periode in jedem der 299 Wahlkreise angeschaut werden kann.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Bernd Reuther machte davon Gebrauch und fragte im FDP-Kreisvorstand, ob jemand einen passenden Standort kenne. Der Schermbecker Simon Bremer schlug sofort seine Heimatgemeinde vor. Ein Anruf bei Bürgermeister Mike Rexforth, der klingelte kurz bei Gesamtschulleiter Norbert Hohmann durch, und schon war die Entscheidung zugunsten Schermbecks gefallen.

„Jungen Leute Politik näher bringen“

„Unglaublich wichtig“ sei ein solches Angebot in dieser Zeit, sagte Rexforth bei der Eröffnung am Montagmorgen, „um jungen Leuten Politik wieder etwas näher zu bringen“. In seiner Schulzeit seien Politik und Sozialwissenschaften noch Pflichtfächer gewesen. Die gesellschaftliche Entwicklung zeige, dass diese Fächer wieder stärkere Bedeutung in den Lehrplänen erhalten müssten.

Bernd Reuther freut sich bereits auf die geplante Podiumsdiskussion in der Schermbecker Gesamtschule, die am 10. Dezember mit Schülern in der Aula geplant ist. Politik müsse in diesen Zeiten erlebbar werden. „Diskussionen mit Schülern machen mir besonders viel Spaß, sind aber auch anstrengend, weil die Schüler knallhart fragen.“ Auch Charlotte Quik, Landtagsabgeordnete der CDU, wird ebenfalls erwartet, Rexforth wird die Diskussion moderieren.

13 Schulklassen sind bereits für die Ausstellung bis Freitag (7. Dezember) angemeldet, elf davon stammen aus der Gesamtschule Schermbeck. Vorbereitet wurden die Schermbecker Schüler unter anderem von den Fachkonferenz-Vorsitzenden für Politik und Sozialwissenschaften, Sabina Wichmann-Lange und Julius Göttsching. Weitere Klassen könnten noch spontan hinzustoßen, so Rexforth.

Ausstellung zeigt, wie Demokratie in Deutschland funktioniert

Dieter Titze, Öffentlichkeitsreferent beim Bundestag, zeigt den Wahlkreis Wesel, einen von 299 in Deutschland. © Berthold Fehmer

Was erwartet die Schüler? Auf 20 Tafeln bekommen sie einen Einblick in die Geschichte, die Arbeitsweise, die Struktur und die Menschen im Bundestag. Dieter Titze steht für Erklärungen bereit und kann etwa an der Karte für die Wahlkreise in Deutschland viel Basiswissen vermitteln. Dass etwa das Gefühl, dass die Politiker der Wahlkreise wenig mit den Menschen zu tun hätten, auch daher stamme, dass pro Wahlkreis durchschnittlich 270.000 Menschen zu betreuen sind.

„Niemand, der sich nicht für Politik interessiert“

Die Vermittlung von politischen Begriffen und Abläufen an junge Menschen sei ein schwieriges Thema, gibt Titze zu. „Ich behaupte aber, dass es niemanden gibt, der sich nicht für Politik interessiert.“ Denn die Politik regele das Zusammenleben von 80 Millionen Menschen in Deutschland. Selbst wer mit diesen Regeln nicht einverstanden sei, wolle dann aber, dass die Dinge anders geregelt würden. „Je mehr die Leute schimpfen, desto mehr interessieren sie sich für Politik.“

Aufgrund von wechselnden Besetzungen des Bundestages muss die Ausstellung regelmäßig aktualisiert werden. Dadurch, dass in der vergangenen Woche etwa der SPD-Abgeordnete Marco Bülow aus der Fraktion austrat, gibt es nun drei statt bisher zwei fraktionslose Abgeordnete, wie es noch auf einer Tafel der Ausstellung zu sehen ist.

Auch Multimedia-Elemente enthält die Ausstellung: Auf zwei Touchscreens kann man sich etwa Filme anschauen über einen fiktiven Abgeordneten, es gibt Puzzles für Kinder oder ein kniffliges Quiz zum Bundestag für Erwachsene.

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