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Eherne Gesetze und steinerne Mienen

Wer blufft, gewinnt: Pokerrunde im «Pub Okay» ist beinahe reine Männersache

19.05.2007

Dorsten Small und Big Blinds, Checken, Raise und Reraise: Diese Begriffe gehören zum Alltag von Poker-Spielern. Das Kartenspiel hat in den vergangenen Monaten enorm an Popularität gewonnen. Wenn Poker-Profis zusammensitzen, kann es dabei um viel Geld gehen. Im Pub Okay wurde am Mittwoch nicht um Geld, sondern um Pokale gespielt. Der Motivation der Teilnehmer des zweiten offiziellen Turniers konnte dies keinen Abbruch tun. Insgesamt 80 Spieler hatten im Pub zusammengefunden, um den besten «Bluffer» zu krönen. An zehn Tischen wurden zunächst die Vorrunden gespielt, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Doch wie ist das Gefühl an so einem Tisch zu sitzen? Wie verhält man sich dort? Was macht eigentlich die Faszination des Spiels aus? Um das herauszufinden, begab ich mich in die Höhle des Löwen. Als einzige Frau an einem reinen Männertisch hoffte ich, als Anfänger zumindest einen gewissen «Welpenschutz» zu genießen. Die freundliche Begrüßung jedoch täuschte, denn ich hatte es mit Profis zu tun. Zunächst wurden die Spielchips verteilt, die in den einzelnen Runden als Einsatz dienen sollten. Leicht verzweifelt schaute ich mir die bunten, runden Scheiben an. Mein Tischnachbar Daniel konnte ein Grinsen nicht ganz unterdrücken, war aber hilfsbereit und erklärte: «Die roten Chips haben einen Wert von 50. Die blauen 100, die grünen 200, die schwarzen 500 und die weißen 1000.» Daniel betätigte sich als erster Geber. Die Karten wurden gemischt und jeder Spieler erhielt zwei Karten. Neugierig verfolgte ich, wie sich meine Mitspieler verhielten. Zwar kamen keine Sonnenbrillen zum Verdecken der Augen zum Vorschein, aber ich konnte bei keinem irgendeine Regung im Gesicht lesen, als sie teilweise sehr umständlich unter ihre Karten linsten. Also nahm ich mein eigenes Paar auf und schaute es mir an. Eine Kreuz-Acht und eine Karo-Sechs. Und jetzt? «Du musst den Small Blind setzen», erbarmte sich mein Nachbar. Die Blinds sitzen beim Poker direkt hinter dem Geber. Der Small Blind setzt den Mindesteinsatz, der Big Blind das Doppelte. Dann entscheiden die anderen Spieler anhand ihrer Karten, ob sie mit einsteigen wollen. Weitere Geberunde: Ich hielt die Luft an, als sich zwei Fünfen und eine Sechs auf dem Tisch zeigten. Immerhin zwei Paare dachte ich mir und versuchte mein Glück, in dem ich einen höheren Betrag setzte. So hielt ich tapfer durch und unterdrückte einen Freudenschrei, als die nächste Sechs auf der Bildfläche erschien: Ein Full House! Als es Zeit war die Karten aufzudecken, stellte sich heraus, dass meine Einschätzung sehr gut war, denn der Packen Chips in der Mitte des Tisches ging an mich. Von da an ging es allerdings stetig bergab mit dem Kartenglück. Denn meine Mitspieler konnten einfach besser bluffen. Natürlich verlor ich und durfte mich von meinen Mitspielern verabschieden. An den anderen Tischen waren einige Spieler bereits vor mir aus dem Spiel ausgeschieden und beobachteten gespannt die weitere Entwicklung. Denn eines ist klar: Man ist infiziert. Womit? Mit dem Pokervirus. Yvonne Dziabel

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