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Geburtshilfe wird in Dorsten zentralisiert

St.-Elisabeth-Krankenhaus profitiert von Halterner Schließung

Die Geburtshilfe im Halterner St.-Sixtus-Hospital wird zum 30. Juni geschlossen. Davon profitiert das Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus, denn die Geburtshilfe wird in Dorsten zentralisiert. Das hat der Aufsichtsrat der KKRN GmbH am Dienstag (24.4.) beschlossen.

Dorsten/Haltern

25.04.2018
Geburtshilfe wird in Dorsten zentralisiert

Die Geburtshilfe wird in Dorsten zentralisiert. © picture alliance / Waltraud Grub

Geschäftsführer Andreas Hauke erklärt dazu: „Gerade als katholisches Haus ist das ein schwerer Schritt für uns. Denn natürlich haben wir den Anspruch, Familien rundum zu versorgen. Gleichzeitig sind wir uns aber auch unserer Verantwortung bewusst, eine qualitativ hochwertige Versorgung im Sinne der werdenden Mütter anzubieten. Das wird jedoch in absehbarer Zeit im St.-Sixtus-Hospital nicht mehr möglich sein, da uns einfach das dafür notwendige Personal fehlt.“

Weggang einer Oberärztin

Der Weggang einer Oberärztin im vergangenen Jahr hat die Geburtshilfe in Haltern am See schon schwer getroffen. Der leitende Oberarzt Dr. Zipper wird Ende Juni in den Ruhestand gehen. So entsteht eine Personallücke, die die Geschäftsführung jetzt zum Handeln zwingt. Dazu Andreas Weigand, ebenfalls Geschäftsführer der KKRN: „Trotz größter Anstrengungen war es nicht möglich, die Stellen adäquat neu zu besetzen. Und gerade in der Geburtshilfe sind die Anforderungen an das Personal sehr hoch – Bereitschaftsdienste und die damit verbundene Wohnortnähe sind nur ein Faktor. Wir befinden uns in einem Teufelskreis: Die sinkende Zahl der Geburten in Haltern am See macht den Standort für Ärzte unattraktiv und durch die fehlenden Mediziner können wir die Geburtshilfe nicht länger erhalten.“

Mehr Geburten in Dorsten?

2016 sind in Haltern am See 413 Kinder zur Welt gekommen, 2017 waren es noch 366 Babys. Das bedeutet, dass im Durchschnitt gerade einmal eine Geburt am Tag stattfindet. Auch die Tendenz werdender Eltern, eher an Zentren mit Kinderkliniken zu entbinden, verschärft die Situation an den kleineren Geburtskliniken. Die Geburtshilfe in Haltern am See hat zu wenige Patientinnen, um langfristig bestehen zu können. In den vergangenen Jahren betrug das Defizit in der Geburtshilfe in Haltern am See mehrere 100.000 Euro pro Jahr. Das ist für den gesamten Verbund auf Dauer nicht tragbar.

Durch die Zentralisierung der Geburtshilfe erhofft sich die Geschäftsführung der KKRN langfristig die Geburtenanzahl in Dorsten zu steigern. Andreas Hauke: „Wir werden personell und finanziell investieren. Denn wir wünschen uns genauso wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass auch in Zukunft Kinder bei uns zur Welt kommen.“

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