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Gelogen bis zum Abwinken

Gericht über Prozessbeteiligte verärgert

28.05.2007

Schöffenrichterin Regine Heinz machte am Donnerstag aus ihrer Empörung über die Qualität der Aussagen der Angeklagten und Zeugen in einem Diebstahlsprozess keinen Hehl. Nicht nur, dass die Angeklagten jede Schuld weit von sich wiesen - auch die Aussage des Hauptbelastungszeugen, eines 18-Jährigen, erwies sich als komplett unbrauchbar. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, log auch ein 19-jähriger, wegen der Angelegenheit bereits verurteilter Zeuge, so offenkundig, dass sich die Balken im Gerichtssaal nahezu sichtbar bogen. Dennoch kamen der 27-jährige und 23-jährige Angeklagte mit einem Freispruch davon, weil die Umstände des Schmuckdiebstahls im Elternhaus des 18-Jährigen nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden konnten. Als Vater und Mutter des 18-Jährigen Urlaub machten, statteten die beiden Angeklagten zusammen mit dem 19-jährigen Zeugen dem Sohn des Hauses einen Besuch ab. Vorgeblich, um einen Treiber aus dessen Computer herunterzuladen. Recht auffällig verhielt sich dabei der 19-Jährige: «Der ist bestimmt zehn Mal aufs Klo gegangen», konnte sich der Gastgeber zumindest bei seiner polizeilichen Vernehmung sicher erinnern. Auch die anderen Gäste vertrieben sich demnach die Zeit mit auffällig häufigen Toilettenbesuchen. Dabei verschwanden aus dem Schlafzimmer der Mutter aus der Schmuckschatulle etliche Pretiosen, die später von der Gruppe wohl zu Geld gemacht wurden. Am Donnerstag vermochte sich der junge Hausherr allerdings an keinerlei Einzelheiten der denkwürdigen Party zu erinnern, obwohl ihn Richterin Regine Heinz hartnäckig in die Mangel nahm. Seine Aussage bei der Polizei, so der 18-Jährige dreist, sei unter Druck zu Stande gekommen, er habe nur noch nach Hause gewollt und deswegen seine Unterschrift unters Vernehmungsprotokoll gesetzt. Geradezu gnädig verzichtete Richterin Regine Heinz im Einvernehmen mit der Staatsanwältin auf die Vereidigung des jungen Mannes - einer näheren Überprüfung hätte seine Aussage wohl nicht noch einmal Stand gehalten. Ob alle vier zusammen unter eine Decke steckten, um den teuren Schmuck zu Geld zu machen, oder nur einzelne Täter von den wertvollen Kleinodien profitierten, konnte am Donnerstag jedenfalls nicht mehr zu Tage gefördert werden. Für Regine Heinz stand fest: «Ich glaube Ihnen allen nicht!» eng

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