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Satellitenbilder zeigen den Klimawandel

SCHERMBECK Kühe und Rinder sind ganz schöne Umwelt-Schweine. Keine neue Erkenntnis, aber dafür eine, die den Schülern gestern höchst unterhaltsam nahe gebracht wurde.

von Von Michael Klein

, 02.06.2008
Satellitenbilder zeigen den Klimawandel

Gemeinsam mit Schülern und Lehrern der Gesamtschule Schermbeck baute Michael Geisler (dritter von links) vom Bochumer Institut „Geoscopia“ gestern eine Satelliten-Empfangsanlage auf.

Günther Fraund, Koordinator für Naturwissenschaften an der Gesamtschule Schermbeck, hatte mit Unterstützung des Fördervereins den Klima-Experten Michael Geisler eingeladen. Der Mitarbeiter Bochumer Firma "Geoscopia Umweltbildung" unternahm mit den Zehntklässlern eine Klimaexpedition der besonderen Art: Er holte den Blick auf die Erde vom Weltall ins Klassenzimmer. Gemeinsam mit einigen Schülern hatte er zuvor eine Satellitenempfangsanlage aufgebaut, die Satellitenbilder von Meteosat 9 in 36 000 Metern Höhe direkt in den Physikraum übertrug. In kurzweiligen 90 Minuten erarbeitete er mit den Schülern anhand des schockierenden Vergleiches von live gezeigten Satellitenbildern mit früheren Aufnahmen das Thema Klimawandel. Zeigte Rodungsgebiete von der Größe Deutschlands im Amazonas-Regenwald, zeigte den einstmals riesigen afrikanischen Tschad-See, der auf ein Dreißigstel seiner Größe geschrumpft ist.

Ursachen für den Kahlschlag

Mit Technikbegeisterung und ohne moralischen Zeigefinger machte er die bereits sichtbaren Veränderungen deutlich. "Ihr werdet es noch erleben, dass vom Regenwald nicht mehr allzu viel übrig sein wird", prognostizierte er. Die Holzgewinnung und der Anbau von Pflanzen als Futtermittel für Tiere und zur Gewinnung von Bio-Sprit seien die Ursachen für den Kahlschlag. Und der sei einer der Hauptgründe dafür, dass sich die Durchschnittstemperatur auf der Erde weiter erhöhe. Immerhin sorgte der Regenwald dafür, dass die Atmosphäre sich abkühlt. Verantwortlich sind auch der stetige Ausstoß von CO2 und Methangas. Für letzteres sorgen nicht nur die Zuchtrinderherden, sondern auch aufgetaute Permafrost-Böden. Aus denen könnte Methan in die Atmosphäre entweichen, wobei das Treibhauspotential von Methan etwa 20 - 30 mal stärker ist als das von CO2.

Neben Energiesparen bedeutet für Michael Geisler effektiver Klimaschutz auch, weniger Fleisch zu essen. Das habe während der BSE-Krise auch geklappt: "In der Zeit ist die Abholzung der Regenwälder stark zurückgegangen. Und hungern musste damals auch niemand."

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