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Susanne Triptrap lebte mehrere Monate in Indien

Arbeit in sozialen Projekten

Für mehrere Monate in ein fremdes Land gehen, unbekannte Kulturen und neue Menschen kennen lernen. Für viele ein reizvoller Gedanke, für Susanne Triptrap wurde das mit ihrer Entscheidung, nach Indien zu gehen, Realität.

SCHERMBECK

von Von Marina Jungheim

, 01.08.2012

Nach dem Schulabschluss eine Zeit im Ausland zu verbringen wird immer häufiger von Jugendlichen in Betracht gezogen. So ging es auch der Schermbeckerin Susanne Triptrap, die sich nach erfolgreich bestandenem Fachabitur in Sozial- und Gesundheitswesen entschloss, nach Indien zu gehen. Den Anstoß dazu gab Pater Anthony von der katholischen Kirche in Schermbeck, der gebürtig aus Indien stammt. Er war es auch, der Susanne half, den Kontakt nach Indien herzustellen und bei den Vorbereitungen zu helfen. „Es war eine sehr spontane Entscheidung, nach Indien zu gehen. Ich hatte nicht viel Zeit zu überlegen und wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich mich vielleicht dagegen entschieden“, erzählt Susanne. Im August 2011 saß sie nach einigen Schwierigkeiten mit dem Visum dann doch im Flugzeug nach Bangalore, im Süden von Indien.

Während des Aufenthalts sollte sie auf dem Campus der Christ Universität wohnen und bei verschiedenen sozialen Projekten mitarbeiten.  „Besonders der erste Monat war sehr schwierig für mich“, erklärt sie. „Indien hat nun mal eine ganz andere Kultur und auch die Verständigung mit den Leuten war schwierig. Durch ihren Akzent ist ihr Englisch schwer zu verstehen. Aber es waren ja auch noch Leute aus anderen Ländern dort, mit denen es einfacher war.“ Mit vielen Bekanntschaften hat Susanne noch Kontakt, bald bekommt sie sogar Besuch von einer Freundin aus den USA.  An der Universität arbeitete sie unter anderem mit Kindern zusammen, die sie betreute oder in der englischen Sprache unterrichtete.  Eine große Herausforderung während des Indien-Aufenthalts war die große Armut der Menschen und vor allem der Kinder. „Uns wurde gesagt, dass wir den bettelnden Kindern kein Geld geben sollen, da es oft passiert, dass diese professionell zum Betteln losgeschickt werden. Von dem Geld haben die Kinder dann gar nichts. Daher haben wir ihnen Bananen oder Äpfel gegeben“, erzählt Susanne.  Bei ihrer Arbeit kam sie oft mit Kindern aus den Slums in Berührung, die nach ihren Erzählungen die glücklichsten Kinder sind, die sie je gesehen hat.  In den acht Monaten in Indien hat die 19-jährige viel von dem Land und den Traditionen gesehen. Auch nach Delhi ist sie gereist und hat dort eine ganz andere Welt vorgefunden. In der Hauptstadt prallen buchstäblich zwei Welten aufeinander. Trotz der Fortschrittlichkeit des Landes wird überall die Tradition bewahrt. „In einem Bankenviertel haben wir zwischen in Anzug gekleideten Geschäftsmännern viele Frauen in den traditionell bunten Saris gesehen. Tradition wird in Indien noch groß geschrieben. Ich finde das sehr schön und würde mir das für Deutschland auch wünschen“, berichtet Susanne.

 Auch Pater Anthony kam nach Indien, um die „Auswanderin auf Zeit“ zu besuchen. Zusammen reisten sie nach Kerala, in die Heimat des gebürtigen Inders. Hier besuchten sie Anthonys Familie und reisten zwei Wochen lang herum. Die letzten vier Wochen ihres Aufenthalts verbrachte Susanne mit ihrer Schwester Maria in Malaysia, mit der sie dann nach Deutschland zurückkehrte.  Ihr Fazit: „Ein Auslandsaufenthalt in Indien ist sehr empfehlenswert, aber nur, wenn man wirklich offen für etwas neues und ganz anderes ist. Besonders am Anfang ist es wirklich nicht leicht sich zurechtzufinden. Aber jeder der, sich das zutraut sollte sich diese Erfahrung nicht entgehen lassen.“