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Tafel listet Kriegsopfer auf

SCHERMBECK Feierlicher hätte der Moment der Übergabe kaum ausfallen können. An der Marienkapelle in Uefte übergab Hans Zelle der Nachbarschaft in der Widau eine Tafel mit den Namen der Kriegsopfer.

von Von Helmut Scheffler

, 04.06.2008
Tafel listet Kriegsopfer auf

Als Vorstandsmitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins übergaben Hans Zelle (l.) und Heinz Ufermann (r.) die Tafel an den 83-jährigen Klemens Stenert (Mitte), ein Mitglied der Nachbarschaft in der Widau und der Trachtenschützengilde Uefte-Overbeck.

Die tief stehende Sonne schickte bei der letzten Maiandacht ihre letzten Strahlen auf den Altar vor dem Eingang der Kapelle, und ein paar Vögel zwitscherten im Ahornbaum offensichtlich ein Loblied zur Ehre der Muttergottes. Im Rahmen der von Pastor Klaus Honermann geleiteten Andacht, die von der Akkordeonspielerin Annette Diekhoff musikalisch untermalt wurde und an der auch zahlreiche Kommunionkinder teilnahmen, gedachten die Teilnehmer in den Fürbitten der Opfer des Krieges, bevor Hans Zelle vom Altar aus 48 Namen betroffener Bürger verlas.

Umfassende Liste

Eine solch umfassende Liste von Kriegsopfern für Uefte und Overbeck hatte es bislang nicht gegeben. In Overbeck gibt es kein Ehrenmal, und auf dem Schermbecker Ehrenmal wird nur pauschal und ohne Namensnennung an die Opfer erinnert. „Im Rathaus sind deren Namen auch nicht vollständig aufgelistet“, berichtete Hans Zelle. Eine Erfassung sei deshalb dringend erforderlich gewesen, bevor es immer schwieriger werde. „Aus früherer Zeit ist mir bekannt“, so Zelle, „dass die Gemeinde Overbeck ein Ehrenmal errichten wollte. Die Namen der Kriegstoten aus dem nördlichen Teil von Overbeck, der jetzt zu Raesfeld gehört, sollen auf dem Ehrenmal in Erle verzeichnet sein.

Hinsichtlich der Erfassung der Namen von Kriegstoten im Gebiet der Ludgerus-Gemeinde ergab sich bislang folgende Situation. In Altschermbeck und Gahlen sind die Namen auf den Ehrenmalen verzeichnet. „In Bricht“, so Hans Zelle, „ist eine Kassette mit den Namen im Ehrenmal hinterlegt.“ Und für die Angehörigen der Ludgerus-Pfarrgemeinde aller Ortsteile sei ein Verzeichnis im Frühjahr unter Pastor Gerdemann von Josef Schetter erstellt worden. Trotz sorgfältiger Recherchen ist es möglich, dass jemand auf der Tafel vergessen wurde. In solchen Fällen nimmt der Heimat- und Geschichtsverein gerne Hinweise auf mögliche Ergänzungen entgegen.