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21-Jähriger drohte Patienten mit Sprengstoffgürtel

Prozess nach Amokdrohung im Klinikum Nord

„Allahu Akbar. Ich komme mit einem Sprengstoffgürtel wieder und mache euch alle zu Hackfleisch.“ Mit dieser Drohung soll ein Patient nachts im Mai 2017 in der Notaufnahme des Dortmunder Klinikums Nord für Angst und Schrecken gesorgt haben. Seit Mittwoch beschäftigt der Fall das Bochumer Amtsgericht.

Dortmund/Bochum

, 21.02.2018
21-Jähriger drohte Patienten mit Sprengstoffgürtel

Im Klinikum Nord attackierte der 21-Jährige einen Wachmann und rief "Allahu Akbar". © Knut Vahlensieck (A)

Es war die Nacht auf den 21. Mai 2017, als der Mann von einem Rettungswagen in das Klinikum Nord eingeliefert wurde. Nach einer Behandlung fing der 21-Jährige dann aber plötzlich an, Morddrohungen zu grölen und wie wild zu randalieren. Ein Wachmann (35) erinnerte sich als Zeuge so: „Er kam auf mich zu, schlug mich mit einem Begrenzungspfeiler und schrie immer wieder Allahu Akbar („Gott ist groß“).“ Patienten mit Kindern seien schreiend aus der Notaufnahme weggelaufen. „Die Situation war extrem unangenehm“, so der Wachmann. Im Nachhinein habe es zahlreiche Beschwerdebriefe von Patienten gegeben. Der Wachmann: „Alle hatten Angst.“

Neben der Sprengstoffgürtel-Drohung habe der 21-Jährige Patienten, Mitarbeitern und auch ihm gedroht: „Ich schneide eure deutschen Hälse durch. Ich bete zu Allah, dass ihr heute alle sterben werdet.“

Angeklagter beruft sich auf Filmriss

Auch nach Eintreffen einer Polizeistreife war der Tumult in einem Behandlungsraum weiter gegangen. Der 21-Jährige aus Witten habe sich strikt gesperrt, sich auszuweisen, erinnerte sich ein Polizist: „Sollte ich ihn anfassen, drohte er, mir eine Glaskanüle in den Hals zu stechen.“ Letztlich habe man den Randalierer dann aber trotzdem zu Boden bringen, fesseln und zur Wache transportieren können.“

Der Angeklagte berief sich im Prozess auf einen absoluten Filmriss. Er will von der fraglichen Nacht so gut wie gar nichts mehr wissen. Er sei auf einer türkischen Hochzeit in der Nordstadt gewesen und habe „mindestens eine Flasche Whisky getrunken“. Ein Hochzeitsvideo zeige, dass er der Braut auf das Kleid getreten sei. Danach habe es wohl Streit gegeben. Wie er auf die Straße und ins Klinikum gekommen sei, will der 21-Jährige nicht mehr wissen. Er: „Das erste, was ich wieder weiß, ist, dass ich mit gefesselten Händen in einer Zelle gelegen habe.“

Gutachten über Schuldfähigkeit des Mannes

Der attackierte Wachmann lehnte eine Entschuldigung des Angeklagten ab. Die Filmriss-Version hält er für ein Märchen. „Ich war sieben Jahre lang Türsteher. Der war nicht im Delirium, er wusste genau, was er macht und sagt. Er blieb einfach und hat Streit gesucht.“

Ehe das Amtsgericht Bochum ein Urteil fällt, will es zuvor noch ein Sachverständigen-Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit einholen. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

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