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Ab Mai ist Freitag und Samstag um 20 Uhr Schluss

Thier-Galerie verkürzt Öffnungszeiten am Wochenende

Seit dem Start im Jahr 2011 hatte die Thier-Galerie freitags und samstags bis 22 Uhr geöffnet. Ab Mai ist um 20 Uhr Schluss, Hunderte Mitarbeiter haben früher Feierabend. Bei der Gewerkschaft Verdi jubelt man – es gibt aber auch Unmut über die neuen Öffnungszeiten der Thier-Galerie am Wochenende.

Dortmund

, 06.04.2018
Ab Mai ist Freitag und Samstag um 20 Uhr Schluss

Die Thier-Galerie hat künftig freitags und samstags nur noch bis 20 statt bis 22 Uhr geöffnet. © Oliver Schaper

Die Öffnungszeiten im Handel sind über Jahre hinweg immer großzügiger geworden, längst öffnen viele Supermärkte bis 22 Uhr. Das ist Rainer Kajewski von Berufs wegen ein Dorn im Auge: Er ist bei der Gewerkschaft Verdi in Dortmund für die Beschäftigten im Einzelhandel zuständig – also für jene, die bis spätabends arbeiten müssen. Und die nach Aufräumen und Heimweg teils erst gegen Mitternacht zu Hause sind.

Insofern hat Kajewski nun einen Grund zum Jubeln. Denn die Thier-Galerie mit ihren über 160 Geschäften und Gastronomien wird im siebten Jahr nach der Eröffnung 2011 ihre Öffnungszeiten einschränken. Ab Mai hat das Shoppingcenter freitags und samstags nicht mehr bis 22 Uhr, sondern nur noch bis 20 Uhr geöffnet.

Viele Betriebe waren unzufrieden mit Öffnungszeiten der Thier-Galerie

„Das ist ein bemerkenswertes Signal“, sagt Kajewski, „zumal die Diskussion um Öffnungszeiten derzeit eine ganz andere ist.“ Er spielt auf die Entscheidung der schwarz-gelben Landesregierung an, im Einzelhandel bis zu acht Sonntagsöffnungen pro Jahr zu ermöglichen.

Heike Marzen, Center-Managerin der Thier-Galerie, bestätigte am Freitag (6.4.) auf Anfrage die Verkürzung der Öffnungszeiten am Wochenende. Man habe die Betriebe abstimmen lassen – „eine deutliche Mehrheit“ habe sich für die Schließung um 20 Uhr ausgesprochen. Montags bis donnerstags schließt das ohnehin immer um 20 Uhr.

Hinsichtlich der langen Zeiten freitags und samstags „gab es eine latente Unzufriedenheit bei den Betrieben“, sagt Marzen. Die Frequenz – also genügend Passanten im Center – seien nicht das Problem. Allerdings würden nicht alle Händler von 20 bis 22 Uhr, wenn eher junge Kunden da seien, zufriedenstellende Umsätze machen.

In der Adventszeit bleibt die Thier-Galerie bis 22 Uhr geöffnet

Jahrelang, sagt Marzen, habe man dafür geworben, dass auch andere Händler in der City freitags und samstags bis 22 Uhr öffnen. Vergebens. „Nun passen wir uns den üblichen Öffnungszeiten an.“

Kajewski freut es, dass nie in nennenswertem Maße andere Händler in der City bis 22 Uhr öffneten. In Richtung Thier-Galerie fragt er, warum diese die Öffnungszeiten nicht viel früher angepasst habe. Nach Rückmeldungen, die er aus Betrieben habe, würde sich die Zeit von 20 bis 22 Uhr oft nicht rechnen.

Entscheidend ist für den Gewerkschafter aber nun, dass die Hunderten Beschäftigten in den Shops der Thier-Galerie künftig nicht mehr bis 22 Uhr am Wochenende arbeiten müssen. „Da gewinnen sie ein Stück Lebensqualität.“

Mit dieser Einschränkung: In der Adventszeit wird die Thier-Galerie nach wie vor freitags und samstags bis 22 Uhr öffnen. Im Weihnachtsgeschäft benötigen die Händler dann doch jede Stunde, die sie kriegen können.

Primark soll auf neue Öffnungszeiten der Thier-Galerie gedrängt haben

Einen Händler im Shoppingcenter zu finden, der offen spricht, ist schwierig. Man erfährt aber, dass längst nicht alle Händler die kürzeren Öffnungszeiten freitags und samstags gut finden. Und an der „deutlichen Mehrheit“, die laut Marzen dafür gestimmt habe, äußern einzelne Händler Zweifel. Denn weniger Stunden bedeuten auch, dass Mitarbeiter weniger arbeiten können – oder gar nicht mehr beschäftigt werden können. Das sorge in manchen Betrieben für Unmut.

Zu hören ist aus Händlerkreisen, dass vor allem die Billigmode-Kette Primark auf die kürzeren Öffnungszeiten gedrängt haben soll. Bei ihr gehöre das Geschäft an Freitag- und Samstagabenden nicht zu den einfachsten. Marzen sagt nicht, welche Händler für die neuen Öffnungszeiten gestimmt haben.

Eine Anfrage der Redaktion an Primark, ob man bei der Anpassung der Öffnungszeiten Druck gemacht habe, und dazu, ob die Umsätze von 20 bis 22 Uhr schlecht seien, erbrachte die nichtssagende Antwort eines Sprechers per E-Mail. Man biete den Kunden „auch zukünftig ein großartiges Einkaufserlebnis“. Aber auch freitags und samstags nur noch bis 20 Uhr.

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