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Alice erlebt absurde Abenteuer im Popart-Land

Premiere der Theaterwerkstatt im Depot

21.05.2007

In eine fiktionale Welt hat Lewis Carroll seine «Alice im Wunderland» 1865 eintauchen lassen - eine traumartige Unterwelt, die prall gefüllt ist mit Absurditäten. Auf eine Bühne ist das Stück schwer zu bringen; es eignet sich mehr als Film, der mit technischen Mitteln Fantasiewelten zeigen kann. Regisseurin Barbara Müller hat das phantastische Märchen für Erwachsene trotzdem raffiniert mit der Theaterwerkstatt des Depots umgesetzt - auch mit Hilfe der Bühnenbild-Zeichnungen des Dortmunder Künstlers Mathias Schubert. Auf die Leinwand projiziert schufen sie bunte Traumwelten und halfen Alice, auf Däumlingsgröße zu schrumpfen und wieder zu wachsen. In Popart-Manier haben Barbara Müller und ihre Assistentin Andrea Seyb den Klassiker auf die Bühne gebracht. Nur angedeutet mit Kostümversatzstücken waren die Tiere, die im Meer von Alices Tränen gestrandet sind. Trotzdem haben die Mitglieder der Gruppe die Charaktere der Figuren scharf herausgearbeitet und genau gezeichnet. Eine gute Sprechausbildung müssen die Darsteller des Laienprojektes auch gehabt haben. Mit sparsamen, aber effektiven Mitteln hat die Gruppe die Szenen märchenhaft und witzig ausgestattet - obwohl die Darsteller meist wie in einer Blue-Box vor der Leinwand spielten. Den satirischen Charakter von Carrolls Text stellte das Ensemble in der Szene der Köchin, die immer in die Suppe niesen muss, am schönsten heraus; der Fantasy-Charakter des Buchs wurde in der Gerichtssaal-Szene am Schluss besonders deutlich: Wie commedia dell'arte-Figuren hockten Königin und ihr Gefolge dort vor der bunten, poppigen Kulisse. Despina Zafirakas war eine zauberhafte, mädchenhafte, charmante Alice. Wie sich das Mädchen das Staunen bewahrt hat, zeigte sie sehr schön, aber auch, dass Alice die einzige Figur ist, die den Sinn für Logik bewahrt hat. Am surrealen Schluss entlarvt sie alle als Fantasiegespinste. - schade, denn diese Alice hätten wir gerne länger durch ihr Wunderland begleitet. JG

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