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Aufschwung ohne Jobs

Die Lage im heimischen Handwerk ist so gut wie schon lange nicht mehr / Trotzdem stellen die Betriebe keine neuen Mitarbeiter ein

24.05.2007

Nun hat sich die Lage spürbar verbessert. «Seit dem Boom der Wiedervereinigung Anfang der 90er Jahre haben die Betriebe nicht mehr so optimistisch in die Zukunft geschaut», sagte Handwerkspräsident Otto Kentzler gestern bei der Präsentation der jüngsten Konjunkturumfrage. Vor allem der 2006 eingeführte Steuerbonus, also die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen für haushaltsnahe Dienstleistungen, sowie das energetische Gebäudesanierungsprogramm sorgten für eine positive Einschätzung der Geschäftslage. «Diese Maßnahmen, beides Vorschläge des Handwerks, tragen Früchte.» Gerade im Bauhauptgewerbe, dem einstigen Sorgenkind, brumme das Geschäft. Auch das Ausbauhandwerk und die Industrie-Zulieferer stünden ganz gut da. In den Bereichen Gesundheit, Kraftfahrzeughandwerk sowie personenbezogenen Dienstleistungen wie bei Friseuren und Uhrmachern sei von Aufschwungstimmung dagegen noch wenig zu merken. Im Nahrungsmittelbereich stabilisiere sich unterdessen wieder die Lage. Viele Arbeitgeber trauen dem Aufschwung jedoch noch nicht. Statt neues Personal einzustellen, versuchen sie, die Auftragsflut mit Überstunden, Sonderschichten und Leiharbeit zu bewältigen. Die Zahl der Temporärarbeiter ist deshalb angestiegen. Kenztler bedauert diese Entwicklung. «Schöner wäre es natürlich, wenn die Betriebe den Mut hätten, eigene Mitarbeiter einzustellen.» Doch so sei das nun mal in der Branche: So trenne sich ein Handwerker in schlechten Zeiten zwar später von einem Mitarbeiter. In guten Zeiten stelle er dafür allerdings auch erst später wieder neue Mitarbeiter ein. Positiv gesehen heisst das, dass der Job-Boom im Handwerk erst am Anfang steht. Sollten sich die «kurzfristigen Auftragsspitzen» als dauerhaft erweisen, dann werden auch die Überstunden, Sonderschichten und Temporärjobs in reguläre Stellen umgewandelt werden, ist Kentzler zuversichtlich. ar

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