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Aus der Urwelt ins Paradies

Musikverein sang Haydns «Schöpfung»

29.05.2007

Für Opernchorchef Granville Walker und den Chor des Musikvereins ist Haydns «Schöpfung» ein besonders dankbares Werk. - Weil es mehr als andere Werke der Gattung eine für den Konzertsaal geeignete geistliche Oper ist, die in schnellen Wechseln der Bilder von der Erschaffung der unbelebten Natur, der Tiere und Menschen erzählt und am Schluss die Tür in eine paradiesische Idylle öffnet. In ihr preisen Adam und Eva die Schöpfung. Die Aufführung Pfingstmontag im Konzerthaus feierte das Publikum zum Teil stehend mit Ovationen. Walker setzte mit seinem sorgfältig einstudierten Chor und den Dortmunder Philharmonikern auf die Darstellung von großen Kontrasten. Bedächtig, leise und mit viel Atmosphäre ließ er zu Beginn die Bilder der öden Urwelt und der Entstehung der Erde illustrieren und stellte diesen die Darstellungen des Chaos packend gegenüber. Schnelle, abrupte dynamische Wechsel, eine differenzierte Gestaltung der großen Chöre und vor allem der Chorfugen, gaben der pausenlosen, knapp zweistündigen Aufführung große Spannung. Sehr präsent klang der Chor bei allen Einsätzen, mit 75 Stimmen war er immer noch sehr beweglich, hatte aber auch viel Kraft, um in den berühmten Jubelchören («Die Himmel erzählen», «Vollendet ist das große Werk») große Klangpracht zu entwickeln. Einzelne Sopranstimmen hörte man oft heraus - was schade ist, weil der Klang sonst auch in der Balance zwischen Frauen- und Männerstimmen ganz homogen wirkte. Für die kontrastreichen Gegenüberstellungen von lyrisch-intimen und dramatisch-packenden Sequenzen, war das Solistentrio ideal besetzt. Die koloratursichere Sopranistin Cornelie Isenbürger war eine wunderbare Eva, die in ihrer klaren, schön geführten Stimme viel schwärmerische Leidenschaft vermittelte. Und die lautmalerischen Teile wie die Imitationen der gurrenden Täubchen sang sie mit gestochener Präzision. Ihre Partner, Albrecht Kludszuweit und Michael Haag, kamen vom Aalto-Theater. Haags Bass-Bariton passte gut zu den barocken Teilen des Oratoriums; Kludszuweits Tenor hatte in den lyrischen Arien schönen Glanz und in den Szenen des Uriels fast wagnersche Kraft. JG

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