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Bachs Musik auf den Kopf gestellt

Martin Fröst im Konzerthaus

04.05.2007

Eine Klarinette kannte Bach noch nicht, trotzdem reizt es die Klarinettisten heute, seine Musik auf ihrem Instrument zu spielen. Martin Fröst, einer der ?Jungen Wilden? des Konzerthauses, hat die Werke auf besonders spannende Art ins 21. Jahrhundert überführt. Sein Abend im Konzerthaus war einer der ungewöhnlichsten der Saison. Wie Giora Feidman wanderte der Schwede im Dunkeln in den Saal, den im Verlauf des Abends kaum heller wurde. Die Lichtregie und elektronische Klänge waren Frösts vierter Partner neben Cellist Svante Henryson und Pianist Roland Pöntinen. Viele scheinbar improvisatorische Momente (die zu Bachs Musik gut passen) hatten die von dem Cellisten und anderen Zeitgenossen komponierten Werke, mit denen das Trio Bachs Musik konfrontrierte. Oft nur mit angedeutetem Ton bliesen und strichen Fröst und Henryson ihre Instrumente in den ?Metamorphosen? nach Bach, die immer auch einen meditativen Charakter hatten. In Fredrik Högbergs Duo war Martin Frösts Partner ein CD-Player. Zu elektronischer Musik und computeranimierten Filmbildern, die ihn selbst beim Klarinette spielen auf der Leinwand zeigten, tanzte und improvisierte der Schwede. Noch weiter führte er die Bewegungschoreografien in Anders Hillborgs ?Peacock Tales? (?Pfauengeschichten?). Mit einer venezianischen Maske agierte der Klarinettist fast wie ein Balletttänzer zu der flirrenden, klangfarblich wie eine Pfauenfeder schillernden Musik. Nach Bach klangen am ehesten die Rachmaninow-Bearbeitung der 3. Violin-Partita und Gounods Fassung des ?Ave Maria?. Elemente aus den zeitgenössischen Werke wie die Country-Anklänge in der virtuos gespielten Cellosuite ?Black Run? von Henryson und die jazzigen Einlagen im ?Off Pist? hat das Trio auch auf die eigenen Arrangements von Bachs Suiten, Sonaten und Sinfonien übertragen. Bachs Musik ?auf den Kopf zu stellen?, hat sich das Trio in diesem Projekt vorgenommen und ganz konsequent umgesetzt. JG

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