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Blutiges Ende eines bitteren Familienstreits

Prozess um versuchten Totschlag

22.05.2007

Es ging um eigentlich belangloses Gerede, um kränkende Beleidigungen und um die Ehre. Und schließlich stach ein 23-jähriger junger Mann zu. Seit gestern muss sich das Schwurgericht mit dem Fall befassen. Vor sechs Monaten kam es in der Nordstadt zu einer blutigen Messerattacke auf offener Straße. Auf der Anklagebank ist ein 23-jähriger Arbeiter, der seinem Onkel (38) im Streit ein Messer in den Rücken gerammt hatte. Nur eine Not-Operation hatte dem Mann damals das Leben gerettet. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als versuchten Totschlag. Wie es so weit kommen konnte? Die Bluttat war der traurige Höhepunkt einer Fehde zwischen zwei türkischstämmigen Familien. Eigentlich hätte sich der Angeklagte gar nicht einmischen müssen. Die Hauptakteure waren sein Vater und sein Onkel. Doch irgendwie konnte sich der 23-Jährige nicht zurückhalten. Am 28. November kam es auf der Braunschweiger Straße dann zu einer folgenschweren Schlägerei. Der Angeklagte zückte ein Messer und stach inmitten der turbulenten Szenen auf seinen Onkel ein. Die Klinge drang von hinten in den Brustkorb ein. «Eigentlich wollte ich ihn nur einschüchtern», erklärte er dem Gericht. Er habe nie wirklich vorgehabt, seinen Onkel zu verletzen oder gar zu töten. Erst als der 38-Jährige zu Boden ging, habe er bemerkt, dass etwas Schlimmes passiert sei. An den Stich selbst will sich der Angeklagte jedoch nicht erinnern können. Ob ihm das Schwurgericht die Unfall-Version glaubt, ist allerdings zweifelhaft. Das wurde schon am ersten Prozesstag deutlich. Weitere Fragen will der 23-Jährige aber nicht beantworten. Das Urteil wird Ende des Monats erwartet. jh

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