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Grubenlichter und viel mehr

Besucher feilschen beim Montantrödelmarkt um Kurioses und Nostalgisches

19.05.2007

Organisiert hatte ihn die Stiftung Industriedenkmalpflege auf der ehemaligen Kokerei Hansa in Huckarde. Jede Menge «Häcker», Kopflampen und «Frösche» liegen auf dem Tisch. Frösche? «So nennt man die Öllämpchen, mit denen im 17.Jahrhundert die Kumpel ins Flöz stiegen», berichtet ein Aussteller. Allerhand Information aus erster Hand verkünden die Standbetreiber, die Hälfte von ihnen sind Privatleute, die selber mit dem Bergbau oder der Stahlverarbeitung zu tun hatten. Und wer noch mehr wissen will, kann eines der vielen Bücher kaufen, die hier und da ebenfalls im Angebot sind. Heiko Wenke (39) aus Gevelsberg hat mit seinem Stand, direkt neben dem Gaskompressor, eine Art Gemischtwarenladen aufgebaut. Neben Bohrkronen, einer Kohlenbohrmaschine, Büchern und Krawatten mit Bergbaumotiven, stehen da auch kleine Behälter mit der Aufschrift «Schnupftabak»: «Die Kumpel bekamen immer sehr viel Steinstaub ab. Der Schnupftabak enthält Menthol - das regt die Tätigkeit der Nebenhöhlen an, und man kann den ganzen Dreck einfach ausniesen», erklärt er Menschen, die nie eine Zeche von innen erlebt haben. Und Heiko Wenke weiß, wovon er spricht. Sieben Jahre hat er in Gelsenkirchen unter Tage gearbeitet. «Es ging hart aber herzlich zu», schwärmt Wendke, der seinen Sohn mit auf den Trödelmarkt gebracht hat. Janek hat sich auch bereits fleißig umgeschaut und einen kleinen Bergmannskrug ausgeguckt. «Zwei Euro will der Händler haben? Janek, du musst handeln», rät der Vater. Gesagt getan. Der Siebenjährige kauft den Krug am Ende für 90 Cent. Das macht den Papa natürlich stolz. Nun muss Heiko Wendke aber einige seiner Waren vom Gaskompressor abhängen. Der wird nämlich angeworfen, da können die Besucher die Technik in Aktion bewundern. Und das tun sie gern. Die Fotoapparate klicken um die Wette. In der Waschkaue geht es inzwischen wie auf einem Bazar zu. Eine Lötlampe hier, ein Stempeluhr dort. Die feinen Gerätschaften wie die «Micrometer-Schraube» und das «Nivelliergerät» tauschen nur für höhere Beträge die Besitzer. Der Verkaufsrenner sind die vielen Kauenkörbe. Was man damit soll? Ein Standbesitzer macht es vor, und stellt einen Blumentopf rein. Navid Moshgbar

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