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Klang Kosmos bis zu «Miss Marple»

Maurice Ensemble im 5. Kammerkonzert

23.05.2007

Werke für Flöte, Klarinette, Harfe und Streichquartett gibt es wenige. Maurice Ravel hat Introduktion und Allegro für diese Besetzung geschrieben - und so nannten sich die Philharmoniker, die mit diesem Werk am Montag die Kammerkonzertreihe der Saison beendeten, «Maurice Ensemble». Reiz dieser Besetzung sind auch die wechselnden Besetzungen, in denen das neue Ensemble musizieren und dabei immer einzelne Instrumente in den Mittelpunkt stellen kann. In dem Ravel-Werk war das die Harfe (Ivana Mehlem), in Borodins 2. Streichquartett das Cello (Franziska Batzdorf), in der Debussy-Sonate die Flöte (Ulrike Günther) und in Mozarts Klarinettenquintett natürlich die Klarinette (Frauke Hansen). Einen ganzen Kosmos an klanglichen Gestaltungsmöglichkeiten breiteten die Philharmoniker hier aus, spielten den 1. Satz auch kantig, das Menuett mit großer Tonkultur und das Finale äußerst kontrolliert. Frauke Hansen prägte mit ihrem warmen, weichen Klarinettenton den Klangcharakter, im 2. Satz folgten die Streicher ihrem ruhigen, ausdrucksvollen, und kantablen Spiel mit Klängen, die wie in Samt eingeschlagen wirkten. Debussys Sonate für Flöte, Bratsche (Roman Nowicki) und Harfe schloss dort an. Behutsam formte das Trio den lyrischen Grundcharakter dieser meditativen, melancholischen Auseinandersetzung mit den Jahren des Ersten Weltkriegs. Das Bizarre des Finalsatzes stellt Ulrike Günther am Schluss brillant heraus. Eine kammermusikalische Rarität ist diese Sonate, ebenso wie Borodins 2. Streichquartett. Klug aufgelichtet spielten die Philharmoniker das komplexe, verdichtete Werk, schufen Bezüge zu Beethoven (im Scherzo), ließen das Cello hervortreten und machten das Notturno mit silbrigem Violinton (Beata Michalski und Michael Bzymek) zum atmosphärisch dichten Nachtstück. Das Ravel-Werk am Schluss barg den Klangkosmos aller drei vorangehenden Werke im Kleinen. Klangprächtig, schillernd und rhythmisch sehr genau spielte das Maurice Ensemble dieses Werk, dessen 3. Satz auch der Komponist der Filmmusik zu «Miss Marple» gut gekannt zu haben scheint. JG

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