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Mann schilderte filmreife Entführung

Gericht hat am Ende aber zu viele Zweifel

17.05.2007

Die Geschichte klang wie aus einem Krimi-Drehbuch: Mehrere Männer zwingen einen Wehrlosen ins Auto, fahren mit ihm in die Dortmunder Nordstadt, zwingen ihn mit vorgehaltener Waffe, einen Schuldschein zu unterschreiben und lassen ihn dann laufen. Im gestrigen Prozess vor dem Landgericht mehrten sich im Laufe der Verhandlung dann jedoch Zweifel. Urheberin der angeblichen Entführung sollte eine 38-jährige Dortmunderin gewesen sein, die mit dem Opfer eine Affäre hatte. Dass es zwischen den Beiden 2005 tatsächlich eine Beziehung gab, von der die jeweiligen Ehepartner keine Ahnung hatten, scheint jedenfalls der einzige Fakt, den die Richter gestern sicher feststellen konnten. Was aber geschah, als die Affäre endete? Die Angeklagte erzählte: ?Dieser Mann hat mich immer wieder um Geld angebettelt. Ich habe ihm alles gegeben, was ich hatte ? weit mehr als 23 000 Euro. Irgendwann hat er einen Schuldschein unterschrieben. Aber alles war freiwillig. Eine Entführung mit Waffe hat es nie gegeben, das schwöre ich.? Das angebliche Opfer dagegen erinnerte sich so: ?Ich habe nie Geld von dieser Frau gekriegt. Irgendwann hat mich ein Mann angerufen, den ich nicht kannte. Er forderte mich zu einem Treffen auf. Dabei bin ich verschleppt worden. Ich habe den Schuldschein unterschrieben, aber nur unter Zwang.? Die Richter der 31. Strafkammer standen also vor einer schwierigen Aufgabe. Was auch immer an jenem Oktobertag in der Nordstadt geschah, wird sich wohl nie richtig aufklären lassen. Eine Verurteilung wollten sie auf die vagen Angaben des 30-jährigen angeblichen Entführungs-Opfers jedenfalls nicht stützen. Also wurden sämtliche Verfahren eingestellt. von

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