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Nehmen Sorgen ernst

Fast die Hälfte der Dortmunder fühlt sich in ihrer Stadt "zunehmend unsicher". So lautet das Ergebnis der RN-Stadtgespräch- Umfrage. Oliver Volmerich sprach darüber mit dem stellvertretenden Polizei-Präsidenten Ingolf Möhring.

01.10.2007

Herr Möhring. Wie bewerten Sie das Umfrage-Ergebnis?

Ingolf Möhring: Eine genaue Analyse fällt schwer, weil sich die Umfrage nur auf diese eine Frage beschränkt. Man muss das in Relation zu anderen Zahlen sehen, etwa im Großstadtvergleich, bei dem Dortmund relativ gut abschneidet. Ich würde denen zustimmen, die sagen: Wir fühlen uns relativ sicher. Wir können uns natürlich nicht die Illusion einer absoluten Sicherheit machen. Aber mit der Einschätzung 'relativ sicher' könnten wir als Polizei leben.

Wie erklären Sie sich denn, dass sich fast die Hälfte der Dortmunder zunehmend unsicher fühlt?

Möhring: Das wird von den objektiven Daten unser Polizeistatistik nicht bestätigt. Die sagen, dass die Kriminalitätsrate in den vergangenen Jahren eher zurückgegangen ist - auch wenn es natürlich immer noch zu viele Straftaten gibt. Aber auch mit der Aufklärungsquote von rund 50 Prozent können wir uns im Großstadt-Vergleich gut sehen lassen. Klar ist: Wir leben nicht auf dem Lande und nicht in einer heilen Welt. Aber man lebt hier - wie gesagt - relativ sicher.

Wie kann die Polizei denn dafür sorgen, dass sich auch das subjektive Sicherheitsempfinden verbessert?

Möhring: Ich glaube, die Polizei ist da nur einer von vielen Akteuren. Wenn in Politik und Medien etwa darüber diskutiert wird, ob man entführte Flugzeuge vom Himmel holen darf, hat das Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, obwohl sich an der Bedrohungslage nichts geändert hat. Bekannt ist ja auch, dass beispielsweise Senioren besondere Angst etwa vor Straßenraub haben. Tatsächlich sind aber junge Männer deutlich häufiger davon betroffen als Senioren. Aber trotzdem müssen wir deren Sorgen ernst nehmen.

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