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Orchesterzentrum mit Cristóbal Halffter

DORTMUND Der spanische Komponist und Dirigent Cristóbal Halffter war am Donnerstag im Konzerthaus zu Gast. Die Besucher führte er auf eine Klangreise von Spanien nach Dortmund.

von Von Julia Gaß

, 06.06.2008
Orchesterzentrum mit Cristóbal Halffter

Cristóbal Halffter in Aktion.

Mit seinen „Dortmunder Variationen“ hat der spanische Komponist und Dirigent Cristóbal Halffter den Dortmunder Philharmonikern 1986 zum 100. Geburtstag ein Werk geschrieben, in dem sich alle Instrumentengruppen überaus virtuos und vielschichtig im Ausdruck vorstellen können.

Schon, dass sich das Sinfonieorchester des Orchesterzentrums an dieses Werk herantraut, ist bewundernswert; imposant war am Donnerstag im Konzerthaus, wie präzise die angehenden Berufsmusiker diese Eloge unter Leitung des Komponisten spielten.

Mit einer Fanfare, die wie ein Aufschrei klingt, beginnen die Variationen, die Halffter für eine kleinere Besetzung von immerhin noch 70 Musikern umgeschrieben hat. Irisierende Klänge, flirrende Klangfelder, expressive Einlagen einer großen Schlagwerkbatterie fügte das Orchester unter einem großen Spannungsbogen zusammen. „Positive und negative Aspekte unserer Zeit“ wollte Halfter mit brüchigen und kompakten Klängen illustrieren. Mit viel Lust, an der Darstellung der vielen Farbtupfer, aus denen die Variationen zusammengesetzt sind, fühlten sich die jungen Musiker in das schillernde Klanggemälde ein.

Cristóbal Hallfter am Pult hat das Orchester diszipliniert – das hörte man auch in den Fallas „Nächten in spanischen Gärten“ und der 2. Sinfonie von Brahms. Eine Persönlichkeit wie es der 78-Jährige ist, schien die jungen Musiker über sich hinauswachsen zu lassen. Vor allem das glänzend disponierte Blech. In der Brahms-Sinfonie entlockte Halffter den Streichern zunehmend mehr romantischen Fluss und blühenden Ton.

Wie exakt er rhythmisch mit dem Orchester gearbeitet hat, hörte man in der de Falla-Suite mit Pianist Byoung-Wha Yoon. Der fühlte sich aufmerksam in die von Halffter durchsichtig austarierten Klänge ein, behandelte das Klavier wie ein Orchesterinstrument. – Eine spannende Klangreise von Spanien nach Dortmund.

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