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Public Viewing Dortmund: Der ganz normale Wahnsinn

DORTMUND Deutschland gegen die Türkei – ein Duell elektrisiert die Massen. Auch in Dortmund. 15.000 Fans haben sich zum Rudelgucken auf dem Friedensplatz getroffen. Einige fieberten sogar seit dem Nachmittag dem Anpfiff entgegen. Gegen 22.40 Uhr schließlich dann das erlösende 3:2, das die Türken traurig nach Hause gehen ließ.

von Von Constantin Blaß

, 25.06.2008

So wie Detlef. Der Dortmunder steht bereits seit 15 Uhr direkt gegenüber der Leinwand. An seinem Stammplatz an der Laterne. „Ich wollte auf Nummer sicher gehen. Dachte, es wird früher voll.“ Fast sechs Stunden verbringt er bis zum Anpfiff mit Freunden auf dem Fan-Fest. Genug Zeit, um sich letzte Gedanken über den Ausgang der Partie zu machen: „Es wird knapp, aber wir gewinnen.“

Es ist 19.45 Uhr. Der Friedensplatz ist fest in deutscher Hand. Lediglich zentral vor der Leinwand ist ein rotweißer Pulk sichtbar. Die Polizei zählt trotzdem 1500 türkische Fans. Deutlich weniger als erwartet.

Für Jessica gab es unterdessen die Niederlage schon vor dem Spiel. Der Gürtel der 17-Jährigen war zu groß. Sie musste sich am Eingang zum Fan-Fest entscheiden: Gürtel behalten, oder auf Public Viewing verzichten. Der Gürtel flog in die Mülltonne. Und kurz danach Tausenden „Viva Colonia“ um die Ohren. Karneval in Dortmund.

Noch drei Minuten bis zum Anpfiff. Bei der Nationalhymne halten die Fans Fahnen und Schals in die Höhe. „Für das deutsche Vaterland...“ Dann endlich beginnt das Spiel. Die Türken von Beginn an obenauf. Nach 13 Minuten: Doppelchance. Wenig später steht’s schon 0:1.

„Die stehen doch völlig neben sich!“, sagt mein Nachbarmann, nippt nervös an seinem Bier. Die Fans tragen den Rückstand mit Fassung. Keine Pfiffe, eher aufmunternde Rufe. 21.12 Uh: Podolski – Schweinsteiger – Tor. Schweinigeil! 1:1 – so geht’s in die Pause. Und für ganz, ganz viele auf die Toilette. Bei ihnen soll’s jetzt besser laufen, als bei den DFB-Kickern in der ersten Hälfte.

Nach dem Wechsel viel Leerlauf. In Basel. In Dortmund, wo sich bange Blicke auf den Bildschirm richten. Nach 79 Minuten plötzlich das 2:1. Miroslav Klose trifft. Kurz darauf schon der Dämpfer. Ausgleich für die Türken. Bei Philipp Lahms 3:2 Begeisterung pur. „Super Deutschland, Super Deutschland“, singen die Fans. Friedlich. Das war das wichtigste.

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