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Royales Gesangsfest

?Die Prinzen? begeisterten ihr Publikum orchestral, nutzen aber nicht alle Chancen

15.05.2007

Mit perfektem Satzgesang, aber ohne großen Orchestereinsatz eröffnete die Leipziger Kapelle das zweistündige Gastspiel. Die Nummer ?Alles mit'm Mund? stand programmatisch über dem Auftritt der ?Prinzen?-Sänger Sebastian Krumbiegel, Wolfgang Lenk (beide Tenor), Tobias Künzel, Henri Schmidt (beide Bariton) und Jens Sembdner (Bass). Sie verbinden klassische Chorausbildung (Thomanerchor Leipzig und Dresdner Kreuzchor) unkapriziös seit Jahren mit packenden Melodien. Am Sonntag ? bei einem von nur zwei ?Prinzen?-Orchester-Konzerten in diesem Jahr ? präsentierte sich die Truppe aber zunächst unspektakulär akustisch. Die fünf Stimmen wurden nur von wenig Gitarre (Wolfgang Lenk) sowie dezentem Bassgitarreneinsatz von Mathias Dietrich und zurückhaltenden perkussiven Beiträgen durch Ali Zieme unterstützt. Erst bei der von Krumbiegel vorgetragenen Schnulze ?Wenn du weinst? griffen die 66 Musiker des NDR-Großensembles unter Leitung von Rasmus Baumann ins Geschehen ein und hatten durchschlagenden Erfolg. So erlebte das Publikum die stärksten Momente des Abends, wenn sich die ?Prinzen? nicht auf sich selbst beschränkten. Etwa bei ?Schwein sein? oder ?Küssen verboten? vereinigte Baumann mit sicherer Hand Orchester und ?Prinzen? zu einer Einheit. Höhepunkt war ?Alles nur geklaut? in einer Reggae-Version. Dabei sorgten die Streicher im karibischen Rhythmus für ungewohnte Hörerlebnisse. Allerdings nutzten die ?Prinzen? nicht alle Chancen der außergewöhnlichen musikalischen Paarung. So hätten allein von der Band vorgetragene Nummern wie ?Fahrrad? im Orchester-Gewand deutlich gewonnen. Das störte die Zuhörer wenig. Sie waren von Hits wie ?Millionär? oder ?Bombe? so begeistert, dass sie die Band mit Sprechchören feierten, die eher an einen Fußballtempel erinnerten als einen Tempel der Hochkultur. Niels Holger Schmidt

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